Über unseren Verein

Wir lieben unsere Stadt und genießen sehr bewusst die vielfältigen kulturellen Angebote. Mit unserer Begeisterung wollen wir andere anstecken. Mit unseren Projekten kommunizieren wir Potsdam als eine Stadt der Kultur, als Stadt der Gastfreundlichkeit, der Toleranz und Weltoffenheit. Unser Verein fördert das Engagement der Bürger und fördert Kultur.

21. Juni – CLASSICS in JAZZAFRICA im Palais Lichtenau

Die Musiker Michael Rossi (Saxophon/Klarinette/Flöte) und Adolf Thelen (Piano) führten das Publikum durch legendäre Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Joaquin Rodrigo, Oscar Peterson, George Gershwin und anderen. Sie fusionieren klassische Formen und Harmonik mit Jazz und Musikstilen aus Südafrika. Arrangements von Bachs „Toccata“, seiner „Badinerie“ & „Air“, bis zu „La Fiesta Impressionen“ waren zu hören. Der deutsche Pianist Adolf Thelen und der amerikanische Saxofonist Michael Rossi haben sich in Kapstadt kennengelernt und musizieren seit Jahren in verschiedenen Besetzungen miteinander.

Nach seiner Emeritierung von der Musikhochschule der Universität Kapstadt lebt Mike Rossi seit diesem Jahr in Italien. Er konzertiert regelmäßig in Europa und hat sich als Autor von Büchern zur Jazz-Improvisation einen internationalen Ruf erworben. Adolf Thelen lebt als Musiker, Musikerzieher und Organist weiterhin in Kapstadt. Er hatte bereits 2020 mit seinem Solo-Programm in Potsdam reges Interesse an seinem „Classics in JazzAfrica“-Konzept geweckt.

Die Musiker wurden mit frenetischem Beifall eines dankbaren und berauschten Publikums bedacht. 
Das netteste Kompliment kam von Mike Rossi: „Als ich in die Gesichter der Menschen im Palais Lichtenau schaute und die Freude sah, hätte ich noch stundenlang weiterspielen können“.

Unsere Vereinsmitglieder, das Ehepaar Monika und Prof. Bernd Rosenkranz, vermittelte die Künstler, die zugunsten des Kinderprojektes Manenberg Aftercare Center (220620-Manenberg-Flyer) in Kapstadt um Spenden baten. Nach dem Konzert tauschten sich die begeisterten Zuhörer bei südafrikanischem Wein und deutschem Wasser über das Hörerlebnis aus.

19. Juni – Fest der Kulturerben auf dem Alten Markt

Das Fest stand unter dem Motto: „KulturSpur 2022 – entdeckt die Kulturerben.“

Trotz großer Hitze gruppierten sich rund um den Obelisken 33 Vereine und Institutionen an 22 Marktständen und suchten das Gespräch mit Besuchern und interessierten Mitstreitern. Die Mitglieder setzen sich ehrenamtlich für den Erhalt und die Pflege sowie für die Besucherbetreuung ihrer Denkmal-Objekte ein. Neben den Baudenkmalen sind das auch Garten- und technische Denkmale.

Die Potsdamer Kulturerben sind eine Arbeitsgemeinschaft der Vereine. Der Verein Kulturstadt Potsdam e.V. koordiniert die gemeinsamen Veranstaltungen, wie auch den Tag des Offenen Denkmals, in Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam.

Wissenschafts- und Kulturministerin Manja Schüle eröffnet das Fest der Kulturerben in Potsdam mit einem Grußwort. Der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt der Stadt Potsdam, Bernd Rubelt, dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement und versprach weitere Unterstützung sowie strukturelle Verknüpfung mit der unteren Denkmalschutzbehörde.

Die Besucher erlebten beim Fest der Kulturerben historische Handwerkstechniken wie Schnitzen und Vergolden und konnten diese auch selbst ausprobieren. Ein buntes Bühnenprogramm mit einem spielerischen Wechsel aus Gespräch, Musik und Aktionen rundete den informativen und unterhaltsamen Tag ab. Besonders das Showprogramm der Potsdamer MusicalMinds und der Auftritt der Combo des Landespolizeiorchesters begeisterten das Publikum. Beim Wissensquiz musste der Schatz des Obelisken gefunden werden, indem 21 Fragen zum Lösungswort „Treffpunkt Junger Markt“ führten. Die glücklichen Gewinner konnten sich über zahlreiche Preise freuen.

Weitere Fotos vom heißen Fest 2022 haben Frank Rawlinson und Hans-Jürgen Krackher auf Facebook bereitgestellt.

11. Juni – Tag der Offenen Tür in der Villa Carlshagen

Die HMU Health and Medical University GmbH in der Villa Carlshagen hatte zum offenen Campustag eingeladen – wir durften dabeisein. Prof. Wim Walter organisierte für die Gruppe von unserem Kulturstadtverein eine exclusive Führung. Mit dem jungen Dozenten Tobias Sprenger bekamen wir einen Gästeführer, der aus erster Hand über das Studentenleben an der privaten Uni berichten konnte. Kurz zusammengefasst: Wenig lockeres Studentenleben. Die Studierenden müssen hart arbeiten, um in der vorgesehenen Zeit und innerhalb ihres Budgets den Abschluss zu schaffen. Dafür wird ihnen ein direkter Zugang zum Lehrkörper geboten, sie haben modernste Medien zur Verfügung, eine aktuell ausgestattete Bibliothek und Ruhezonen für die Vorbereitung auf Seminar oder zum Herunterkommen nach einem anstrengenden Tag. Natürlich war unsere Gruppe fasziniert vom hochwertigen Ausbau der historischen Villa und der Möblierung im Stil von Moderne und Pop Art.

Nachdem sich der Gastgeber aufs aktuelle Geschehen in der umgebauten 1000-Quadratmeter-Villa konzentriert hatte, stellte Bolko Bouché vom Kulturstadtverein herausragende Persönlichkeiten aus acht Generationen der Familie Hagen vor, nämlich:

  • Abraham Levy (geb. 1797), Begründer des Bankhauses A. Levy & Co. in Köln
  • Hermann Löb Levy, der sein Bankhaus mit der rheinischen Schwerindustrie verheiratete
  • Carl Hagen, der ab 1900 die Villa Carlshagen in Potsdam hochherrschaftlich umbauen ließ
  • Louis Hagen, Neffe von Carl Hagen, Bankier und Besitzer der modernen Villa Hagen in der Bertinistraße
  • Karl-Victor Hagen, der in die USA emigrierte, als GI zurückkam und als Pilot bei der Luftbrücke 1948 ums Leben kam
  • Hans Oliva Hagen, der den Faschismus überlebte und später die Schauspielerin Eva Maria Hagen heiratete
  • Nina Hagen, die unangepasste Rocksängerin sowie
  • Cosma Shiva Hagen, deutsch-amerikanische Schauspielerin

Die Erbengemeinschaft der Hagens bekam nach 1990 die Villa zurück, die in der DDR als radiologische Klinik genutzt worden war. Über verschiedene Stationen wurde sie dann von der Geschäftsführerin durch die HMU Health and Medical University GmbH, Ilona Renken-Olthoff, gekauft. Seit 2019 hat die private Universität die Zulassung für die Medizinerausbildung.

Text: Bolko Bouché | Fotos: Karin Genrich, Katherin Bauersfeld, Hannelie Khodaverdi-Weinand, Fides Mahrla

26. April: Auf dem Babelsberg

In der Reihe Kultur zum Anfassen führte Regina von Berlepsch über den Forschungscampus Babelsberg des Leibniz-Instituts für Astrophysik. Die Wissenschaftlerin und Leiterin der Institutsbibliothek hat Jahrzehnte auf dem Campus gearbeitet und an seiner Entwicklung teilgenommen. Sie ermöglichte uns einen sehr persönlichen Einblick in die Forschungsgeschichte und erklärte die Bedeutung der Sterne für das Kalendermachen. Das Privileg des Kalendermachens erforderte die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Astronomie und die Gründung der Königlichen Sternwarte zu Berlin.

Als Leiterin der Institutsbibliothek berichtete uns Regina von Berlepsch über die Geschichte der wissenschaftlichen Literatur über das Planetensystem. Ihre Bibliothek beherbergt Erstausgaben von Galileo Galilei, Tycho Brahe und Albrecht Dürer sowie die berühmten Rudolfinischen Tafeln von Johannes Kepler aus dem Jahr 1627 – gut geschützt hinter Glas. Wir erfuhren, dass trotz Digitalisierung der Erhalt der Originale eine wichtige Aufgabe ist. Manchmal sind sogar die Kritzeleien früherer Leser am Buchrand ein Gegenstand für die Forschung – wenn es sich dabei um prominente Forscher handelte.  

Beim Rundgang auf dem Gelände erläuterte unsere Begleiterin Aufgabe und Geschichte der zahlreichen Gebäude. Das Gelände direkt am Park Babelsberg war ein Geschenk Kaiser Wilhelm II.
Das heutige Humboldthaus war ab 1913 neuer Sitz der Berliner Sternwarte, die aus der immer größer werdenden Großstadt unter den damals noch ungestörten Babelsberger Nachthimmel zog. Heute ist das gesamte historische Ensemble der Sternwarte Babelsberg Teil des UNESCO-Welterbes und ein attraktiver Arbeitsplatz für über 100 Wissenschaftler. Wir verabschieden uns mit der symbolischen Übergabe der mit über 100 Euro gefüllten Tageskasse als zweckgebundene Spende an den Förderverein der Wissenschaftseinrichtung für die Restaurierung des Babelsberger Meridiankreises, dabei handelt es sich um ein historisches Messinstrument zur Messung von Sternörtern.

 

 

Vorfreude auf die Landesgartenschau in Beelitz

Inspiriert vom Vortrag des Pressesprechers der Laga Beelitz 2022, Enrico Bellin, beim virtuellen Februar-Vereinstreff, sind meine Frau und ich am Sonntag über das künftige LAGA-Gelände in Beelitz spaziert. Es liegt nur wenige hundert Meter südlich der Altstadt.

Das Gebiet wird durch die Mühlenstraße geteilt. Zunächst ging es vorbei an einem, idyllisch an einem kleinen See gelegenen, schmucken Pavillon in Richtung Westen. Zwar gab es jahreszeitlich bedingt keine Blumenpracht zu bewundern, den Blick auf die freie Feldflur fanden wir auch jetzt schon sehr reizvoll. Am Ende des Geländes liegt in Erinnerung an die ersten Slawen, die sich vor etwa 1100 Jahren in der Region niedergelassen haben, das kleine Slawendorf. Der Weg auf die andere Seite, in den größeren Teil der Landesgartenschau, führt am restaurierten Mühlenmuseum und einzelnen Schrebergärten vorbei Richtung Osten. Hier finden sicher ab Mitte April die meisten Veranstaltungen statt. Der große Kinderspielplatz wird schon jetzt stark frequentiert. In diesem Bereich wird der schmale Fluss Nieplitz in die Parklandschaft mit einbezogen. Unser Weg führte am „gestrandeten“ Schiff BEEThoven und einem wunderschönen Pavillon vorbei. Beides wird künftig als Café bzw. in den Abendstunden als Cocktailbar dienen.
Wenn mit dem Frühling die Blumen blühen, wird sich natürlich erst der volle Zauber der Gartenschau entfalten. Die bereits aufgestellten Skulpturen, Pavillons und die errichteten Gebäude vermitteln schon jetzt den Eindruck eines gelungenen Konzepts. Durch die Nähe zur Altstadt wird das Gelände bestimmt auch nach der LAGA gerne von den Beelitzern und ihren Besuchern als Naherholungsgebiet genutzt werden.

Die LAGA öffnet am 14. April 2022 für 200 Tage. Weitere Informationen hier.

Text und Fotos: Clemens Pusch

Beim Dezember-Vereinstreff war Christoph Olschewski, der Leiter der Arche Potsdam, bei uns im Chat und berichtete über die Arbeit mit den Kindern in Drewitz. Dort werden im Durchschnitt nicht nur 50 bis 80 Mittagessen täglich an bedürftige Kinder ausgeteilt, sondern auch Lern- und Freizeitangebote ermöglicht. Die Kinder erfahren Zuspruch und Ermunterung. Neben den Festangestellten gibt es mehr als 20 Ehrenamtliche, die sich um die Sorgen und Nöte der Kinder kümmern. Sie stärken und fördern das Selbstwertgefühl, die Selbstverantwortung, sowie die Talente und Potentiale jedes Einzelnen. Spontan gab es aus den Reihen unserer Teilnehmer Vernetzungs- und Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel von Rita Reifenberg-Pusch zu Kultür Potsdam, Georg Maus zum Kinder- und Jugendtelefon, Peter Hahnel mit Erfahrung und Zeit für Kochkurse und von Monika und Prof. Dr. Bernd Rosenkranz zum Kinderprojekt Manenberg in Kapstadt. Vielen Dank für diese spontanen, guten GABEN.

Christoph Olschewski wies bei der Gelegenheit auf vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten für die Arche Potsdam hin. Eine kleine Zusammenfasschung schicke er uns per E-Mail, die wir nachfolgend zitieren:

Sachspenden:
Ø Hier sind wir z.B. mit einer Amazon-Wunschliste als Arche Potsdam aufgeführt.
Ø Weiter unten, indem man auf die Bilder klickt wie ‚Spielzeug‘ , ‚Lebensmittel‘,…sind wir ebenfalls in fast allen Rubriken als Standort Potsdam hinterlegt.
Ø Gebrauchte, gewaschene Kinderkleidung ist bei uns herzlich willkommen. Gerade Winterjacken und Schneeanzüge/-hosen werden aktuell benötigt.
Ø Auch weitere Sachspenden. Hierzu rufen Sie uns am besten an unter der 0331 – 64 74 65 20

Lebensmittel:
Ø Damit die Kühlschränke auch zur Advents- und Weihnachtszeit gefüllt sind, nehmen wir ab sofort Lebensmittel, gerne auch Haltbare, von Mo.-Fr.,10-17 Uhr entgegen wie H-Milch, Reis, Nudeln, Saucen, Säfte, Stollen, Kekse, Aufstriche, Müsli, Tee, Käse und Geflügelwurst (Mindeshaltbark.dat. beachten) ….alles, was eine mehrköpfige Familie so benötigt. Bitte ohne Schwein/ tierische Gelantine bei Süßigkeiten, damit wir unkompliziert allen Familien einfach helfen können. Quarantänen, die ganztägige Versorgung der Kinder einhergehend mit steigenden Lebensmittelpreisen mitsamt den Auswirkungen der Pandemie auf Beruf und Gehalt belasten unsere Familien sehr.

Geldspenden:
Hier ist es wichtig, unser Potsdamer Konto zu verwenden, damit die Spende auch für unseren Standort verbucht und somit unserer Tätigkeit zu Gute kommt! Sofortspenden-Formular auf unserer Homepage (mitsamt Ausfüllfeldern wie Adresse für Spendenbescheinigung,…):
Oder manuell:
Empfänger: Die Arche
IBAN: DE51 1002 0500 0003 0301 01
BIC: BFSWDE33BER
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Zweck + Name und Adresse für Ihre Spendenbescheinigung

Kinder spendeten für Kinder noch vor dem Fest Spiele, Winterkleidung und Lebensmittel.

Die Kinder der Arche in Potsdam-Drewitz freuen sich über die gute Gaben.

Sanssouci-Konzert Fantazye mit Weltpremiere

Zum 20-jährigen Jubiläum der Kammerakademie Potsdam schenkte das Orchester dem Publikum am 24. Oktober 2021 ein mitreißendes Hörerlebnis. Beim Auftakt der Reihe „Sanssouci-Konzert“ in der Friedenskirche gestaltete Noah Bendix-Balgley, selbst Klezmer-Geiger und erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, ein Programm zwischen Klassik und Klezmer mit Werken von Gideon Klein und Leó Weiner, gemeinsam mit den Potsdamer Musikern.

Der Höhepunkt des Konzertabends war die Uraufführung seines eigenen Violinkonzerts „Fidl-Fantazye: A Klezmer Concerto“, das sich genau an der Schnittstelle von jüdischer Musik und klassischer Formensprache bewegt. Eingängige Melodien, tänzerische Rhythmen und mitreißende Energie sind die typischen Markenzeichen der Klezmer-Musik, wie sie seit Jahrhunderten bei Hochzeiten und Volksfesten gespielt wird. Seit jeher waren Geigen, Kontrabass, Cello und Flöten beteiligt, später häufig Klarinetten und auch ganze Orchester.

Im Anschluss an das Konzert erlebten wir eine kurzweilige Klezmer-Session mit Noah Bendix-Balgley (Violine) und seinem Freund und früheren Lehrer Alan Bern (Akkordeon), gewürzt mit kleinen Anekdoten. So erzählte zum Beispiel Alan Bern, dass er 1991 nicht geahnt hat, dass der damals siebenjährige Noah solch ein Weltklasse-Talent werden würde.

Begeistert äußerte sich am Abend in der Verein-WhatsApp-Gruppe unser Mitglied Irmgard Hratzki. „Es war ein Erlebnis. Klenzmer ist Lebensfreude pur“, schrieb sie.

Tipp für alle, die nicht dabei sein konnten: Der rbb hat das Konzert aufgezeichnet und sendet es am 2.12.2021 um 20:04 Uhr in der Sendung „rbbKultur Radiokonzert“.

Führung über den Südwestkirchhof Stahnsdorf

Nach fünf Jahren Pause war wieder einmal der Südwestkirchhof in Stahnsdorf Ziel des Kulturstadtvereins. 2021 sind viele Neumitglieder dabei, die Gerhard Petzholtz, der selbst 28 Jahre auf dem Friedhof arbeitete und wohnte, mit viel Hintergrundwissen und spannenden Geschichten informierte. Ein Teil der Gruppe traf sich am Campus Griebnitzsee und radelte gemeinsam auf der verlängerten Stahnsdorfer Straße, dann Alten Potsdamer Landstraße zum Kirchhof, der andere Teil nutzte die direkte Buslinie vom Potsdamer Hauptbahnhof oder eine Mitfahrgelegenheit im PKW.

Der Südwestkirchhof Stahnsdorf gehört neben Venedigs Toteninsel San Michele, dem Wiener Zentralfriedhof und Père Lachaise in Paris zweifellos zu den „Top Ten“ der europäischen Begräbnisstätten. Er ist ein Ort der Superlative: der größte Waldfriedhof Deutschlands, er beherbergt bedeutende Denkmäler der Bestattungskunst, die letzten Ruhestätten herausragender Persönlichkeiten und eine einzigartige Begräbniskapelle im Stile norwegischer Holzkirchen mit Jugendstilelementen.

Grabstätten wie die des Auto- und Flugzeugingenieurs Edmund Rumpler, des Sohnes von Theodor Fontane, von Entertainer Dieter-Thomas Heck, von Stummfilmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau oder ein expressionistisches Grabmal von Max Taut für Julius Wissinger stehen für die große Vielfalt.

Zufällig begrüßte Gerhard Petzholtz während der Führung den seit dem Jahr 2000 als „Rübchenkönig I“ geadelten Günter Duwe, der sich um das Teltower Rübchen verdient gemacht hat. Der heute 94-Jährige besuchte mit seinem Sohn den Friedhof und genoß das Treffen mit alten Bekannten.

Glücklicherweise konnten wir die imposante Holzkirche – trotz der Schließung wegen Tonaufnahmen – auch noch von innen besichtigen, indem die Musiker einfach eine Pause einlegten und den Erläuterungen des Ur-Urenkels Wilhelm von Türck lauschten. 

Nach der gemeinsamen Mittagsrast im Lokal Tick-Tack machten die Radler auf der Rückfahrt noch einen Zwischenstopp am Jagdschloß Stern.

Würdiges Gedenken

Im Rahmen von Auslandseinsätzen der Bundeswehr – u.a. auf dem Balkan und in Afghanistan – sind mehr als einhundert Soldaten und Soldatinnen gefallen bzw. ums Leben gekommen. Im Gedenken daran sind verschiedene Ehrenhaine durch Eigeninitiative betroffener Kameraden und Kameradinnen vor Ort entstanden, erklärte Stabsfeldwebel Michael Eichstaedt während einer Führung für den Kulturstadtverein im „Wald der Erinnerungen“.  Diese Ehrenhaine sind mit einfachsten Materialien aus der näheren Umgebung – ob Findling oder Mauerziegel – gestaltet und machen den Tod eines Kameraden, der plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, begreifbar und fassbar.

Im neu geschaffenen „Wald der Erinnerungen“ finden die bereits nach Deutschland zurückgeführten Ehrenhaine einen würdigen und endgültigen Ort. Die angebrachten Namenstafeln schaffen eine Atmosphäre zum „Innehalten“ und für Trauer und Erinnerung. Stabsfeldwebel Eichstaedt, der selbst fünf Auslandseinsätze (1053 Tage) erlebte, schilderte einfühlsam das Schicksal einzelner Kameraden, die auf unterschiedlichste Weise zu Tode kamen.

Der „Weg der Erinnerung“ beginnt vor dem Informationsgebäude und führt zunächst an acht Namensstelen vorbei durch das leicht hügelige Gelände bis zum „Ort der Stille“. Auf den Stelen sind die Namen der Toten der Auslandseinsätze chronologisch aufgeführt. Die bronzenen Letter der Namensbänder sind erhaben, so dass sie berührt und angefasst werden können.

Ein ganz besonderer Ort für individuelles und privates Erinnern ist der Friedwald für die Hinterbliebenen. Die toten Kameraden sind durchweg junge Menschen, die Hinterbliebenen sind Familien, Kinder, Frauen, Männer, die hier in würdevoller Umgebung um ihre Lieben trauern können.

Auf die Frage an die Teilnehmer, „Wer ermöglicht unseren Dienst?“ bekam Eichstaedt zögerlich Antwort. Alle möglichen Erklärungen, wie z.B. die Bundesregierung, unsere Steuern etc. kamen aus der Runde. An die Familien hatte niemand sofort gedacht. Betroffen und nachdenklich endete die Führung.

Der „Wald der Erinnerung“ ist eingebettet in den gewachsenen Baumbestand der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Potsdam-Schwielowsee, dem Sitz des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, er befindet sich auf einem rund 4.500 Quadratmeter großen Areal.

Am 24. September 2021 wird der Gedenkstein aus Mazar-e Sharif auf seinen endgültigen Platz verkrant. In Afghanistan ließen 59 deutsche Soldaten ihr Leben, davon fielen 35 durch Fremdeinwirkung.

Besucherinformation:  Tägliche Besichtigung zwischen 10 und 16 Uhr > weitere Informationen

29. August: Kulturerbenfest – wir waren dabei

Am 29. August konnten die Potsdamer Kulturerben ihr gemeinsames Fest auf den Alten Markt begehen. Die Potsdamer Kulturerben, das sind mehr als 50 Vereine und Initiativen mit rund 2600 Menschen, die sich ehrenamtlich für den Erhalt, die Pflege und die Vermittlung der zahlreichen Bau-, Garten- und Industriedenkmale unserer Stadt einsetzen. Das Fest der Kulturerben ist ein Forum zum Austausch von Ideen rund um das Engagement in der Denkmalpflege. Hier präsentierten die Kulturerben ihre Erfolge vor den Potsdamer Bürgern.

Organisiert wurde das Fest vom Kulturstadt Potsdam e.V. zusammen mit der Denkmalpflege der Stadt Potsdam. Mit vor Ort waren Matthias Finken und unser Kulturerben-Organisationsteam, Vereinsvorsitzende Fides Mahrla und als Betreuer am eigenen Kulturstadt-Stand Brigitte Schneider, Hsiu-Mei und Ralf Cabos sowie Karin Genrich.

Der Kulturstadtverein koordiniert das Kulturerben-Netzwerk und unterstützt die Vereine bei der Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung. Oberbürgermeister Maik Schubert eröffnete das Kulturerbenfest und dankte den Aktiven für ihr Engagement.

Mehr Sein als Schein – das war das Motto des Kulturerbenfestes. Es bedeutet ohne viel Aufsehen ein Stück Potsdamer Kulturerbe in Obhut zu nehmen und ihm zu neuem Glanz zu verhelfen. Dieses Motto spiegelte wunderbar das Selbstverständnis der Kulturerben wider.

An 20 Ständen erzählen die Kulturerben die Geschichte ihrer Denkmale, sie berichteten über historische Handwerkstechniken und kamen mit den Potsdamern ins Gespräch. Für das bunte Rahmenprogramm sorgten unter anderem das Jazz Quartett des Landespolizeiorchesters Brandenburg, die Tanzakademie Erxleben mit einer Präsentation der Potsdamer Tugenden durch Kaspar v. Erffa und die Coverband PUSSYTRAKTOR.

Video Kulturerbenfest von Vorstandsmitglied Olaf Gutowki