21.02.2025 – Zeitreise durch die Stadtentwicklung Potsdams

Im Vortrag „Zeitreise durch die Stadtentwicklung Potsdams“ eröffnen wir unser Jahresthema zur Stadtentwicklung. In großen geschichtlichen Zügen charakterisiert Andreas Kitschke die Besonderheit Potsdams: Die zwar bereits 993 ersterwähnte, doch unbedeutende Siedlung wurde erst im 18. Jahrhundert zur planvoll angelegten Barockresidenz preußischer Herrscher und hundert Jahre später zum Mittelpunkt einer weltweit einzigartigen Kulturlandschaft, die zum Welterbe der UNESCO zählt.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wollten die neuen Diktatoren durch brutalen Stadtumbau alles Preußische tilgen und damit das städtebauliche Gesamtkunstwerk und seine Geschichte auslöschen. Das geschah mithilfe eines Bevölkerungsaustausches, der etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung betraf. Mit Vertreibung, Verhaftung und sogar Ermordung von Potsdamern, die sich für den Wiederaufbau der Stadt einsetzten, bestimmten vielfach Zugezogene, die keine innere Beziehung zur Schönheit Potsdams entwickelten, die weitere Entwicklung. Sie versuchten die Identität der Stadt auszulöschen.

Nach dem Mauerfall ergriffen die frei gewählten Stadtverordneten 1990 sofort die Chance, der bis zum Zusammenbruch der SED-Diktatur durch Abrisse denkmalgeschützter Innenstadthäuser fortgeführten Geschichtstilgung ein Ende zu bereiten. Dem mühsamen, seit Jahrzehnten von demokratischen Stadtverordnetenbeschlüssen verfolgten Weg zur neuen Potsdamer Mitte stellen sich gegenwärtig erneut Ideologen entgegen. Sie fordern architektonische Brüche statt einer hohen Aufenthaltsqualität und eines harmonischen Stadtbildes. Quo vadis Potsdam?

Treff: Freitag, dem 21. Februar 2025, um 16.00 Uhr
Ort: Salon im Wiener Café, Luisenplatz
Teilnehmerbeitrag: 5 EUR Mitglieder, 10 EUR für Gäste

Um Anmeldung bis zum 18. Februar wird per E-Mail gebeten.

Für eine zügige Bestellung empfehlen wir eine Vorauswahl in der Speisekarte Heider und Wiener_11-2024.

Foto: Das Märchen vom Flächenabriss der DDR-Architektur – die östliche Innenstadt heute. @ Andreas Kitschke.