5. Oktober: Zu Gast in der Kellertorwache

In unserer Reihe „Kultur zum Anfassen“ waren wir am  5. Oktober 2022 zu Gast in der Kellertorwache. Das Kellertor bildete einst den östlichen Eingang in den Stadtkanal und war eines der insgesamt zehn Stadttore. Im benachbarten Zollhaus hatte eine Militärwache ihren Sitz. Ein Inspektor kassierte von den Händlern Zoll für allen Waren, die sie in Potsdam verkaufen wollten. Das Wachhaus aus dem Jahr 1788 wurde 1945 durch russischen Artillieriebeschuss zerstört und die Ruine 1963 abgetragen.

Wir wurden an der neuen Kellertorwache vom Hausherrn empfangen und durch Haus und Hof geführt. Der Historiker Willo Göpel und seine Familie haben das Grundstück von der Stadt gekauft und darauf ab 2014 ein privates Wohnhaus errichtet. Die Straßenseite wurde nach alten Fotografien und Aufmaßzeichnungen in Abstimmung mit dem Denkmalschutz wieder hergerichtet. Die Hofseite ist im Stile eines Landhauses mit großer Fensterfront gestaltet. Willo Göpel sagte: „Die Schauseite war auf die Berliner Straße ausgerichtet. Wie es hinten aussah, war dem König egal.“ Er hat dort heute einen schönen Bauerngarten.

Das kleine Tor links neben der Kellertorwache ist passierbar, denn nur ein kleiner Teil des Grundstücks ist Privatgarten von Familie Göpel. Der größere Teil ist frei zugänglich, dort befinden sich ein kleiner Kinderspielplatz und eine Einsetzstelle für Kanus.

Willo Göpel ist Geschäftsführer des Vereins Potsdamer Stadtschloss e.V., der mit Spendengeldern den Figurenschmuck des früheren Stadtschlosses wiederherstellt. Jüngstes Beispiel sind die goldenen Putten an der Fahnentreppe.

Als Vorstand des Bauvereins Potsdamer Stadtkanal 1922 e.V. setzt sich Göpel für die Wiederherstellung des historischen Kanals ein. Der Bauverein gehört zu den Kulturerben, einer Interessengemeinschaft von Vereinen, die ein Baudenkmal in Potsdam in ihrer Obhut haben. Unser Verein unterstützt die Kulturerben bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit.

Unsere kleine Sammlung beim Besuch der Kellertorwache brachte 111 Euro ein. Wir haben das Geld an den Bauverein übergeben. Es ist ein Beitrag für die geplante Aufstellung eines Schaukastens.