3. Juni: Stammtisch zur Garnisonkirche

Auf Anregung von unserem Vereinsmitglied Jürgen Brune war bei unserem digitalen Stammtisch im Juni Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchenstiftung, zu Gast.

Eschenburg berichtete über neue Ansätze der Stiftung, wie die Garnisonkirche mehr Akzeptanz bei den Potsdamern finden könnte. Sichtbares Zeichen ist eine Inschrift im Sockel des wiederaufgebauten Turmes mit den Worten „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ aus der Weissagung des Zacharias im Lucas-Evangelium. Dieser Vers ist auf Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch und Deutsch den Sockel des Turms gemeißelt. Er weist auf das Wirken der Christen für Frieden und Versöhnung hin.

Wieland Eschenburg sagte, dass bei der Spendenwerbung der Wiederaufbau des Turmes an oberster Stelle stehe und erläuterte die Möglichkeiten, sich durch signierte Ziegel oder Treppenstufen zu beteiligen. Er bekräftigte, dass die Stiftung darauf besteht, dass der Teil des Rechenzentrums, der auf dem Stiftungsgrundstück steht, mit Auslaufen der durch die Stiftung vertraglich erklärten Duldung Ende 2023 abgerissen werden wird. An der Übernahme des Rechenzentrum-Grundstücks und den Planungen für die Bebauung der Fläche des ein historisches Kirchenschiff hielt er fest, betonte aber, dass erst eine Nutzungsdiskussion abgeschlossen sein müsse.

Für eine Ausstellung im Kirchturm stellte Eschenburg das im März vom Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche beschlossene Ausstellungskonzept vor. Es hat den vorläufigen Titel: „Glaube, Macht und Militär: Die Garnisonkirche Potsdam“. Zu den Ausstellungsthemen gehören die Funktion als Miltärkirche in Preußen, die Bedeutung in der Zeit des Nationalsozialismus, die Sprengung in der DDR und die Kontroversen um den Wiederaufbau. Die Ausstellung soll ein nüchternes, kritisches und differenziertes Bild der Garnisonkirche und der preußischen Geschicht vermitteln. Sie soll ein demokratie-, menschenrechts- und friedensorientierter Lern- und Bildungsort für deutsche und europäische Geschichte werden.

Der Kulturstadt Potsdam e.V. bleibt am Thema Garnisonkirche dran. Wir planen für den 7. Juli einen Vortrag von zwei Wissenschaftlern vom ZMSBw (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr). Oberleutnant Helene Heldt spricht über die Bedeutung der Garnisionkirche für die Stadt und Oberstleutnant Dr. John Zimmermann über die Bedeutung der Kirche für das Militär und den Tag von Potsdam 1933.

Eine Führung über die Baustelle soll sich in nächster Zeit anschließen.

Foto: Baustelle Garnisonkirche © Stiftung Garnisonkirche

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