Beim Dezember-Vereinstreff war Christoph Olschewski, der Leiter der Arche Potsdam, bei uns im Chat und berichtete über die Arbeit mit den Kindern in Drewitz. Dort werden im Durchschnitt nicht nur 50 bis 80 Mittagessen täglich an bedürftige Kinder ausgeteilt, sondern auch Lern- und Freizeitangebote ermöglicht. Die Kinder erfahren Zuspruch und Ermunterung. Neben den Festangestellten gibt es mehr als 20 Ehrenamtliche, die sich um die Sorgen und Nöte der Kinder kümmern. Sie stärken und fördern das Selbstwertgefühl, die Selbstverantwortung, sowie die Talente und Potentiale jedes Einzelnen. Spontan gab es aus den Reihen unserer Teilnehmer Vernetzungs- und Unterstützungsangebote, wie zum Beispiel von Rita Reifenberg-Pusch zu Kultür Potsdam, Georg Maus zum Kinder- und Jugendtelefon, Peter Hahnel mit Erfahrung und Zeit für Kochkurse und von Monika und Prof. Dr. Bernd Rosenkranz zum Kinderprojekt Manenberg in Kapstadt. Vielen Dank für diese spontanen, guten GABEN.

Christoph Olschewski wies bei der Gelegenheit auf vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten für die Arche Potsdam hin. Eine kleine Zusammenfasschung schicke er uns per E-Mail, die wir nachfolgend zitieren:

Sachspenden:
Ø Hier sind wir z.B. mit einer Amazon-Wunschliste als Arche Potsdam aufgeführt.
Ø Weiter unten, indem man auf die Bilder klickt wie ‚Spielzeug‘ , ‚Lebensmittel‘,…sind wir ebenfalls in fast allen Rubriken als Standort Potsdam hinterlegt.
Ø Gebrauchte, gewaschene Kinderkleidung ist bei uns herzlich willkommen. Gerade Winterjacken und Schneeanzüge/-hosen werden aktuell benötigt.
Ø Auch weitere Sachspenden. Hierzu rufen Sie uns am besten an unter der 0331 – 64 74 65 20

Lebensmittel:
Ø Damit die Kühlschränke auch zur Advents- und Weihnachtszeit gefüllt sind, nehmen wir ab sofort Lebensmittel, gerne auch Haltbare, von Mo.-Fr.,10-17 Uhr entgegen wie H-Milch, Reis, Nudeln, Saucen, Säfte, Stollen, Kekse, Aufstriche, Müsli, Tee, Käse und Geflügelwurst (Mindeshaltbark.dat. beachten) ….alles, was eine mehrköpfige Familie so benötigt. Bitte ohne Schwein/ tierische Gelantine bei Süßigkeiten, damit wir unkompliziert allen Familien einfach helfen können. Quarantänen, die ganztägige Versorgung der Kinder einhergehend mit steigenden Lebensmittelpreisen mitsamt den Auswirkungen der Pandemie auf Beruf und Gehalt belasten unsere Familien sehr.

Geldspenden:
Hier ist es wichtig, unser Potsdamer Konto zu verwenden, damit die Spende auch für unseren Standort verbucht und somit unserer Tätigkeit zu Gute kommt! Sofortspenden-Formular auf unserer Homepage (mitsamt Ausfüllfeldern wie Adresse für Spendenbescheinigung,…):
Oder manuell:
Empfänger: Die Arche
IBAN: DE51 1002 0500 0003 0301 01
BIC: BFSWDE33BER
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Zweck + Name und Adresse für Ihre Spendenbescheinigung

Kinder spendeten für Kinder noch vor dem Fest Spiele, Winterkleidung und Lebensmittel.

Die Kinder der Arche in Potsdam-Drewitz freuen sich über die gute Gaben.

Sanssouci-Konzert Fantazye mit Weltpremiere

Zum 20-jährigen Jubiläum der Kammerakademie Potsdam schenkte das Orchester dem Publikum am 24. Oktober 2021 ein mitreißendes Hörerlebnis. Beim Auftakt der Reihe „Sanssouci-Konzert“ in der Friedenskirche gestaltete Noah Bendix-Balgley, selbst Klezmer-Geiger und erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, ein Programm zwischen Klassik und Klezmer mit Werken von Gideon Klein und Leó Weiner, gemeinsam mit den Potsdamer Musikern.

Der Höhepunkt des Konzertabends war die Uraufführung seines eigenen Violinkonzerts „Fidl-Fantazye: A Klezmer Concerto“, das sich genau an der Schnittstelle von jüdischer Musik und klassischer Formensprache bewegt. Eingängige Melodien, tänzerische Rhythmen und mitreißende Energie sind die typischen Markenzeichen der Klezmer-Musik, wie sie seit Jahrhunderten bei Hochzeiten und Volksfesten gespielt wird. Seit jeher waren Geigen, Kontrabass, Cello und Flöten beteiligt, später häufig Klarinetten und auch ganze Orchester.

Im Anschluss an das Konzert erlebten wir eine kurzweilige Klezmer-Session mit Noah Bendix-Balgley (Violine) und seinem Freund und früheren Lehrer Alan Bern (Akkordeon), gewürzt mit kleinen Anekdoten. So erzählte zum Beispiel Alan Bern, dass er 1991 nicht geahnt hat, dass der damals siebenjährige Noah solch ein Weltklasse-Talent werden würde.

Begeistert äußerte sich am Abend in der Verein-WhatsApp-Gruppe unser Mitglied Irmgard Hratzki. „Es war ein Erlebnis. Klenzmer ist Lebensfreude pur“, schrieb sie.

Tipp für alle, die nicht dabei sein konnten: Der rbb hat das Konzert aufgezeichnet und sendet es am 2.12.2021 um 20:04 Uhr in der Sendung „rbbKultur Radiokonzert“.

Führung über den Südwestkirchhof Stahnsdorf

Nach fünf Jahren Pause war wieder einmal der Südwestkirchhof in Stahnsdorf Ziel des Kulturstadtvereins. 2021 sind viele Neumitglieder dabei, die Gerhard Petzholtz, der selbst 28 Jahre auf dem Friedhof arbeitete und wohnte, mit viel Hintergrundwissen und spannenden Geschichten informierte. Ein Teil der Gruppe traf sich am Campus Griebnitzsee und radelte gemeinsam auf der verlängerten Stahnsdorfer Straße, dann Alten Potsdamer Landstraße zum Kirchhof, der andere Teil nutzte die direkte Buslinie vom Potsdamer Hauptbahnhof oder eine Mitfahrgelegenheit im PKW.

Der Südwestkirchhof Stahnsdorf gehört neben Venedigs Toteninsel San Michele, dem Wiener Zentralfriedhof und Père Lachaise in Paris zweifellos zu den „Top Ten“ der europäischen Begräbnisstätten. Er ist ein Ort der Superlative: der größte Waldfriedhof Deutschlands, er beherbergt bedeutende Denkmäler der Bestattungskunst, die letzten Ruhestätten herausragender Persönlichkeiten und eine einzigartige Begräbniskapelle im Stile norwegischer Holzkirchen mit Jugendstilelementen.

Grabstätten wie die des Auto- und Flugzeugingenieurs Edmund Rumpler, des Sohnes von Theodor Fontane, von Entertainer Dieter-Thomas Heck, von Stummfilmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau oder ein expressionistisches Grabmal von Max Taut für Julius Wissinger stehen für die große Vielfalt.

Zufällig begrüßte Gerhard Petzholtz während der Führung den seit dem Jahr 2000 als „Rübchenkönig I“ geadelten Günter Duwe, der sich um das Teltower Rübchen verdient gemacht hat. Der heute 94-Jährige besuchte mit seinem Sohn den Friedhof und genoß das Treffen mit alten Bekannten.

Glücklicherweise konnten wir die imposante Holzkirche – trotz der Schließung wegen Tonaufnahmen – auch noch von innen besichtigen, indem die Musiker einfach eine Pause einlegten und den Erläuterungen des Ur-Urenkels Wilhelm von Türck lauschten. 

Nach der gemeinsamen Mittagsrast im Lokal Tick-Tack machten die Radler auf der Rückfahrt noch einen Zwischenstopp am Jagdschloß Stern.

Würdiges Gedenken

Im Rahmen von Auslandseinsätzen der Bundeswehr – u.a. auf dem Balkan und in Afghanistan – sind mehr als einhundert Soldaten und Soldatinnen gefallen bzw. ums Leben gekommen. Im Gedenken daran sind verschiedene Ehrenhaine durch Eigeninitiative betroffener Kameraden und Kameradinnen vor Ort entstanden, erklärte Stabsfeldwebel Michael Eichstaedt während einer Führung für den Kulturstadtverein im „Wald der Erinnerungen“.  Diese Ehrenhaine sind mit einfachsten Materialien aus der näheren Umgebung – ob Findling oder Mauerziegel – gestaltet und machen den Tod eines Kameraden, der plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, begreifbar und fassbar.

Im neu geschaffenen „Wald der Erinnerungen“ finden die bereits nach Deutschland zurückgeführten Ehrenhaine einen würdigen und endgültigen Ort. Die angebrachten Namenstafeln schaffen eine Atmosphäre zum „Innehalten“ und für Trauer und Erinnerung. Stabsfeldwebel Eichstaedt, der selbst fünf Auslandseinsätze (1053 Tage) erlebte, schilderte einfühlsam das Schicksal einzelner Kameraden, die auf unterschiedlichste Weise zu Tode kamen.

Der „Weg der Erinnerung“ beginnt vor dem Informationsgebäude und führt zunächst an acht Namensstelen vorbei durch das leicht hügelige Gelände bis zum „Ort der Stille“. Auf den Stelen sind die Namen der Toten der Auslandseinsätze chronologisch aufgeführt. Die bronzenen Letter der Namensbänder sind erhaben, so dass sie berührt und angefasst werden können.

Ein ganz besonderer Ort für individuelles und privates Erinnern ist der Friedwald für die Hinterbliebenen. Die toten Kameraden sind durchweg junge Menschen, die Hinterbliebenen sind Familien, Kinder, Frauen, Männer, die hier in würdevoller Umgebung um ihre Lieben trauern können.

Auf die Frage an die Teilnehmer, „Wer ermöglicht unseren Dienst?“ bekam Eichstaedt zögerlich Antwort. Alle möglichen Erklärungen, wie z.B. die Bundesregierung, unsere Steuern etc. kamen aus der Runde. An die Familien hatte niemand sofort gedacht. Betroffen und nachdenklich endete die Führung.

Der „Wald der Erinnerung“ ist eingebettet in den gewachsenen Baumbestand der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Potsdam-Schwielowsee, dem Sitz des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, er befindet sich auf einem rund 4.500 Quadratmeter großen Areal.

Am 24. September 2021 wird der Gedenkstein aus Mazar-e Sharif auf seinen endgültigen Platz verkrant. In Afghanistan ließen 59 deutsche Soldaten ihr Leben, davon fielen 35 durch Fremdeinwirkung.

Besucherinformation:  Tägliche Besichtigung zwischen 10 und 16 Uhr > weitere Informationen

29. August: Kulturerbenfest – wir waren dabei

Am 29. August konnten die Potsdamer Kulturerben ihr gemeinsames Fest auf den Alten Markt begehen. Die Potsdamer Kulturerben, das sind mehr als 50 Vereine und Initiativen mit rund 2600 Menschen, die sich ehrenamtlich für den Erhalt, die Pflege und die Vermittlung der zahlreichen Bau-, Garten- und Industriedenkmale unserer Stadt einsetzen. Das Fest der Kulturerben ist ein Forum zum Austausch von Ideen rund um das Engagement in der Denkmalpflege. Hier präsentierten die Kulturerben ihre Erfolge vor den Potsdamer Bürgern.

Organisiert wurde das Fest vom Kulturstadt Potsdam e.V. zusammen mit der Denkmalpflege der Stadt Potsdam. Mit vor Ort waren Matthias Finken und unser Kulturerben-Organisationsteam, Vereinsvorsitzende Fides Mahrla und als Betreuer am eigenen Kulturstadt-Stand Brigitte Schneider, Hsiu-Mei und Ralf Cabos sowie Karin Genrich.

Der Kulturstadtverein koordiniert das Kulturerben-Netzwerk und unterstützt die Vereine bei der Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung. Oberbürgermeister Maik Schubert eröffnete das Kulturerbenfest und dankte den Aktiven für ihr Engagement.

Mehr Sein als Schein – das war das Motto des Kulturerbenfestes. Es bedeutet ohne viel Aufsehen ein Stück Potsdamer Kulturerbe in Obhut zu nehmen und ihm zu neuem Glanz zu verhelfen. Dieses Motto spiegelte wunderbar das Selbstverständnis der Kulturerben wider.

An 20 Ständen erzählen die Kulturerben die Geschichte ihrer Denkmale, sie berichteten über historische Handwerkstechniken und kamen mit den Potsdamern ins Gespräch. Für das bunte Rahmenprogramm sorgten unter anderem das Jazz Quartett des Landespolizeiorchesters Brandenburg, die Tanzakademie Erxleben mit einer Präsentation der Potsdamer Tugenden durch Kaspar v. Erffa und die Coverband PUSSYTRAKTOR.

Video Kulturerbenfest von Vorstandsmitglied Olaf Gutowki

Volkspark Potsdam für das Bornstedter Feld

Der Volkspark prägt den neuen Stadtteil Bornstedter Feld mit bald 14.500 Einwohnern. Das haben wir bei einer sehr interessanten Führung von Sigrun Rabbe erfahren. Sie selbst hat die Entwicklung des Parks und des Bornstedter Feldes als neues Wohnquartier Potsdam in verantwortlicher Position bei der Pro Potsdam als Landschaftsplanerin seit 1996 eng begleitet.

Wandel durch die BUGA 2001

Der Volkspark wurde anlässlich der Bundesgartenschau, die 2001 in Potsdam stattfand, errichtet. In Ergänzung und zur Entlastung der historischen Parkanlagen war es Ziel, durch Konversion der hoch belasteten ehemaligen russischen Militärflächen, eine neue, zeitgemäße Parkanlage zu schaffen, die für alle aktiven Freizeitnutzungen offensteht und den Mangel an tatsächlich nutzbarem Grün in Potsdam beseitigt.

Ökologie hat oberste Priorität

Als grünes Herz des neuen Stadtteils Bornstedter Feld ist der Park eng mit den neuen Wohnquartieren verzahnt. Und sorgt dafür, dass in der ökologischen Bilanz die grüne Null für den Entwicklungsbereich steht. Er bietet darüber hinaus inzwischen jährlich ca. 400 000 Besuchern Erholung, Freizeit, Sport und Entspannung. Eine durchdachte Aufteilung mit Wald-, Sport-, Freizeit und Biotopflächen eröffnet eine Menge Möglichkeiten, die Natur unmittelbar im Wohngebiet zu genießen.

Lernangebote im Schulgarten „Wilde Möhre“

Von den begehbaren Wällen, die durch ein Brückensystem verbunden sind, kann man die Parkanlagen aus verschiedenen Perspektiven erleben. Hier ist überall die Nutzung der Flächen erlaubt. Abgerundet wird das Angebot durch den Schulgarten, das grüne Klassenzimmer und Lernangebote, die sich harmonisch in den Park einfügen.

Wir hatten einen interessanten und abwechslungsreichen Nachmittag und hoffen, dass Potsdam sich immer daran erinnert, dass der Volkspark – so wie er ist – eine wichtige ökologische, soziale und Naturschutzfunktion hat und alle Begehrlichkeit an den Flächen abgewehrt werden.

„Ab in die Sommerfrische“ – Bezahlt wird hinterher

Seit 2006 beginnt das Sommertheater mit einem Vorgespräch zwischen Mitgliedern und Theaterleuten des Poetenpacks: zunächst im Q-Hof, dann im Heckentheater gleich neben dem Neuen Palais im Park Sanssouci.

Welches Stück kommt ins Programm?

Schauspieler Reiner Gabriel stand wie schon im Vorjahr Rede und Antwort über Aktuelles von der Theatergruppe Poetenpack und deren Sommerprogramm. Dabei sei die Auswahl eines unterhaltsamen Open-Air-Stückes alles andere als einfach, berichtete er, denn schnell lande man bei den Klassikern Shakespeares, Molieres oder Goldonis. Eine Antwort auf die Frage „Was hätten Sie gern?“, blieben wir ihm vorerst schuldig.

Auf dem Spielplan des Theatersommers Sanssouci 2021 steht das Stück „Ab in die Sommerfrische“, eine Komödie von Carlo Goldoni. Das Potsdamer Ensemble holt diese boshafte Satire aus dem 18. Jahrhundert über die Dekadenz der feinen Gesellschaft, die sich alljährlich aus Land in den Urlaub verzieht, in die Gegenwart.

Aus Drei mach Eins

Regisseur Kai O. Schubert komprimierte die drei Stücke Goldonis („Die Trilogie der Sommerfrische“, 1761). Und das funktioniert gut: Gezeigt wird besagte Sommerfrische in drei Akten: Süße Vorfreude, bittersüßer Aufenthalt und bittere Nachwehen. Auch 250 Jahre nach der Uraufführung hat die Trilogie das Zeug dazu, uns den Spiegel vorzuhalten. Denn: „Eine Gesellschaft, die auf Pump lebt, alle sind bankrott, alles kracht zusammen – das kommt mir alles sehr aktuell vor.“ (Claus Peymann). Immer nach dem Motto: „Bezahlt wird, wenn ich zurück bin“.

Koste es, was es wolle

Im Stück treiben zwei alteingesessene Familien sich und ihren Anhang in hysterische Hektik und in den Bankrott – nur um standesgemäß ihren Urlaub antreten zu können. Am Luxusdomizil angekommen, erwartet die Gesellschaft in sonniger Hitze die Tristesse jährlich wiederkehrender Rituale. Nur kein Stillstand. Spiel, Sex, Geld, Intrigen und hochdosiertes Wohlstandskalkül halten den dekadenten Mikrokosmos am Laufen – bis das letzte Herz vergeben, der letzte Ehevertrag unterzeichnet und der letzte Schuldschein unterschrieben ist. Dann heißt es: Ab nach Hause und auslöffeln, was man sich in der Sommerfrische eingebrockt hat!

Zum Schluß singen sie alle „What a wonderful world“ – dass dies zu bezweifeln ist, zeigt die Inszenierung deutlich. Auf sommerleichte Art mit einem begeisterten, dankbaren Publikum und zufriedenen (satten) Stechmücken.

3. Juni: Stammtisch zur Garnisonkirche

Auf Anregung von unserem Vereinsmitglied Jürgen Brune war bei unserem digitalen Stammtisch im Juni Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchenstiftung, zu Gast.

Eschenburg berichtete über neue Ansätze der Stiftung, wie die Garnisonkirche mehr Akzeptanz bei den Potsdamern finden könnte. Sichtbares Zeichen ist eine Inschrift im Sockel des wiederaufgebauten Turmes mit den Worten „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ aus der Weissagung des Zacharias im Lucas-Evangelium. Dieser Vers ist auf Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch und Deutsch den Sockel des Turms gemeißelt. Er weist auf das Wirken der Christen für Frieden und Versöhnung hin.

Wieland Eschenburg sagte, dass bei der Spendenwerbung der Wiederaufbau des Turmes an oberster Stelle stehe und erläuterte die Möglichkeiten, sich durch signierte Ziegel oder Treppenstufen zu beteiligen. Er bekräftigte, dass die Stiftung darauf besteht, dass der Teil des Rechenzentrums, der auf dem Stiftungsgrundstück steht, mit Auslaufen der durch die Stiftung vertraglich erklärten Duldung Ende 2023 abgerissen werden wird. An der Übernahme des Rechenzentrum-Grundstücks und den Planungen für die Bebauung der Fläche des ein historisches Kirchenschiff hielt er fest, betonte aber, dass erst eine Nutzungsdiskussion abgeschlossen sein müsse.

Für eine Ausstellung im Kirchturm stellte Eschenburg das im März vom Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche beschlossene Ausstellungskonzept vor. Es hat den vorläufigen Titel: „Glaube, Macht und Militär: Die Garnisonkirche Potsdam“. Zu den Ausstellungsthemen gehören die Funktion als Miltärkirche in Preußen, die Bedeutung in der Zeit des Nationalsozialismus, die Sprengung in der DDR und die Kontroversen um den Wiederaufbau. Die Ausstellung soll ein nüchternes, kritisches und differenziertes Bild der Garnisonkirche und der preußischen Geschicht vermitteln. Sie soll ein demokratie-, menschenrechts- und friedensorientierter Lern- und Bildungsort für deutsche und europäische Geschichte werden.

Der Kulturstadt Potsdam e.V. bleibt am Thema Garnisonkirche dran. Wir planen für den 7. Juli einen Vortrag von zwei Wissenschaftlern vom ZMSBw (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr). Oberleutnant Helene Heldt spricht über die Bedeutung der Garnisionkirche für die Stadt und Oberstleutnant Dr. John Zimmermann über die Bedeutung der Kirche für das Militär und den Tag von Potsdam 1933.

Eine Führung über die Baustelle soll sich in nächster Zeit anschließen.

Foto: Baustelle Garnisonkirche © Stiftung Garnisonkirche

UNESCO-Tag 2021: Welterbeschützer sammeln Abfall aus den Parks

Anlässlich des diesjährigen UNESCO-Welterbetages sammeln Potsdamerinnen und Potsdamer 4., 5. und 6. Juni 2021 an vier Orten in Potsdam Abfall und Müll: Am Kapellenberg und dem Uferweg gegenüber der Freundschaftsinsel, im Park Babelsberg sowie im Neuen Garten.

Für jeden der vier Orte gibt es Paten, die sich einbringen. Um die Russische Kolonie Alexandrowka und den angrenzenden Kapellenberg haben sich zum Aktionsstart die Touristiker der PMSG, der Landeshauptstadt Potsdam und des Potsdamer Guide e. V. gekümmert. Dem arglos weggeworfenen Müll am Uferweg neben der Neuen Fahrt zwischen Hauptbahnhof und der Holzbrücke rücken die Aktiven der Bürgerstiftung zuleibe. Im Babelsberger Park wird – freiwillig wie an jedem Wochenende – die Potsdamer Bürgerin Jeanette Gruschke unterwegs sein und im Neuen Garten helfen die Freiwilligen der lokalen UNICEF-Gruppen.

Auch der Kulturstadt Verein unterstützt das Anliegen. Vorsitzende Fides Mahrla sagte: „Das Potsdamer Welterbe verdient Respekt, und wir tragen heute die Verantwortung dafür, dass auch kommende Generationen sich daran erfreuen können.“ Der Kulturstadt Verein unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit der mehr als 40 Kulturerbenvereine, die sich um die Bewahrung eines Baudenkmals in Potsdam kümmern. „Die Kulturerbenvereine in unserer Stadt haben Verantwortung für ihr Bau- oder Gartenbaudenkmal übernommen und engagieren sich seit vielen Jahren für unser architektonisches und kulturelles Erbe. Deshalb begrüßen wir diese Aktion ausdrücklich und werben für die Beteiligung“, unterstreicht der Sprecher des Kulturerben-Organisationsteams Matthias Finken.

Weitere Informationen und zur Anmeldung

Titelfoto: Vereinsmitglieder Susanne Matern, Matthias Finken und Fides Mahrla (v.l.n.r.) beim Start der Aufräumaktion auf dem Kapellenberg (Foto: Sascha Krämer)

5. Mai: Potsdam und die Bundesgartenschau

Im Jahr 2001 richtete Potsdam die Bundesgartenschau aus, bei unserem Mai-Stammtisch hat Dr. Sigrid Sommer darüber berichtet, wie die Gartenschau Potsdam nachhaltig verändert hat. Sie selbst war damals Pressesprecherin der Buga, heute ist sie Marketingleiterin der Stadt Potsdam.

Anekdoten

Nur vier der Stammtisch-Teilnehmer waren 2001 in Potsdam und haben die Buga als Einwohner, Besucher oder in ihrem Job erlebt. Zum Beispiel Georg Maus, der aus Bürgerperspektive erzählte, wie positiv die Buga die Stadt verändert hat. Oder Lothar Mahrla, der stellvertretende Chefredakteur der MAZ, der noch Anekdoten über die Trassenführung der neuen Straßenbahn berichten konnte. Der Ausbau sollte auf Intervention des russischen Außenministeriums gestoppt werden, um die russische Kolonie Alexandrowka als russisches Kulturgut zu schützen. Fides Mahrla hat mit ihrer Kreativagentur die Buga-Werbung gestaltet und das Maskottchenkostüm Froschkönig Fritz entworfen. Bolko Bouché war für ein halbes Jahr Buga-Berichterstatter für die MAZ und täglich auf dem Gelände.

Sigrid Sommer lieferte noch eine Story von der Buga-Eröffnung ab, die am 20. April bei so kaltem Wetter stattfand, dass Günter Jauch mit langen Unterhosen auflief und sie auf der Bühne unter Applaus präsentierte.

Potsdams Neuer Norden

Täglich wurden die Besucher gezählt, es gab ständig ein Auf und Ab. Letztlich aber stimmten die wirtschaftlichen Zahlen. Sigrid Sommer sagte: „Der entscheidende Gewinn für Potsdam ist die Umwandlung einer Militärfläche in einen neuen Stadtteil.“ Ein großes Gebiet wurde von militärischen Altlasten befreit und die Infrastruktur vorangetrieben. Zwei neue Straßenbahntrassen und zahlreiche Straßen entstanden. Der Campus Fachhochschule, Schulen, Kindergärten, Altenheime und Supermärkte wurden gebaut und werden noch gebaut. Das enorme Bevölkerungswachstum von Potsdam war nur durch die Erschließung des Bornstedter Feldes möglich. Auch viele Vereinsmitglieder leben heute in diesem Stadtteil. Der Wohnungsbau nagt am Volkspark. Und obwohl ein teilweiser Rückbau von Anfang an geplant war, sehen viele Menschen diesen Verlust mit Wehmut.

Beginn des Innenstadt-Umbaus

20 Jahre Buga, das bedeutet auch Wandel in der Innenstadt. Mit der Buga wurden der Platz der Einheit und der Lustgarten neu gestaltet. Wo heute der Landtag steht, lag damals ein „blauer Teppich“ im Grundriss des Stadtschlosses. Noch im selben Jahr erfolgte die Grundsteinlegung für das Fortuna-Portal. Das war Auftakt für die weitgehende Wiederherstellung der historischen Mitte Potsdams.