Jüdische Entrepreneurs und Unternehmer des 18. bis 20. Jahrhunderts

Welche gelebten Leben verbergen sich hinter den knappen Inschriften auf Grabsteinen? Dieser Frage widmet sich Dr. Anke Geißler-Grünberg, Leiterin des Projekts „Jüdische Friedhöfe in Brandenburg“ am Lehrstuhl für Deutsch-Jüdische Geschichte der Universität Potsdam. Hinter den oft wenigen überlieferten Angaben – Namen sowie Geburts- und Sterbedaten – eröffnet sich bei näherem Hinsehen ein ganzer Kosmos aus Welt-, Regional- und Lokalgeschichte, geprägt von individuellen Lebenswegen, unternehmerischem Mut, aber auch von Brüchen und tragischen Erfahrungen.

Beim Juni-Vereinstreff im „Alten Stadtwächter“ stellte Geißler-Grünberg in ihrem Vortrag „Jüdische Entrepreneurs und Unternehmer in Potsdam“ ausgewählte Persönlichkeiten des 18. bis 20. Jahrhunderts vor.

Die Anfänge der jüdischen Gemeinde in Potsdam lassen sich auf etwa 1740 datieren, als zehn jüdische Männer in der Residenz- und Garnisonstadt lebten. Jüdisches Leben ist jedoch bereits seit 1691 mit der Erwähnung eines jüdischen Kaufmanns belegt. Grundlage hierfür war das Aufnahmeedikt des Großen Kurfürsten vom 20. Mai 1671, das 50 aus Wien vertriebenen jüdischen Familien die Ansiedlung in der Mark Brandenburg und die Ausübung von Handel ermöglichte. Mit dem General-Juden-Reglement König Friedrich Wilhelms I. durften jüdische Unternehmer ab 1730 auch in Potsdam Manufakturen gründen, insbesondere im Textilgewerbe. Ziel war es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu nutzen, zugleich aber die Zahl der jüdischen Einwohner zu begrenzen. Dennoch wuchs die Gemeinde durch Zuzug von Händlern und Angestellten kontinuierlich.

Der Unternehmer Isaac Levin Joel

Grabmal für Isaak Levin Joel auf dem Jüdischen Friedhof Potsdam

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Potsdamer jüdischen Geschichte ist Isaac Levin Joel. Er gehörte zu den frühesten nachweisbaren jüdischen Einwohnern der Stadt und trug wesentlich zu ihrem wirtschaftlichen Aufstieg bei. Joel wurde vermutlich 1712 in Halberstadt geboren und erhielt 1734 als Schutzjude eine Konzession, die Voraussetzung für unternehmerische Tätigkeit in Brandenburg-Preußen war.

Seit den 1740er Jahren engagierte er sich wirtschaftlich in Potsdam. 1746 gründete er eine Ausnäh- und Broderiemanufaktur zur Veredelung kostbarer Stoffe. Die Arbeitskräfte rekrutierte er unter anderem aus dem königlichen Militärwaisenhaus – damals keineswegs ungewöhnlich, auch wenn es sich überwiegend um Kinder handelte.

Joel erwies sich nicht nur als erfolgreicher, sondern auch als vielseitiger Unternehmer. In den 1750er Jahren wandte er sich der Herstellung von Wachstapeten zu, einem damals äußerst gefragten Produkt. König Friedrich II. überließ ihm 1758 das Jagdschloss Glienicke als Produktionsstätte. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen des Siebenjährigen Krieges und erheblicher Konkurrenz entwickelte sich die Manufaktur zu einer der erfolgreichsten in Preußen. Joels Produkte fanden weite Verbreitung und schmückten zahlreiche Adelssitze sowie königliche Palais.

PotsdamWiki: Geschichte gemeinsam sichtbar machen

Neben Isaac Levin Joel stellte Geißler-Grünberg auch die Familien Friedeberger und Zielenziger vor. Deren Geschichte sowie weitere jüdische Persönlichkeiten sollen im PotsdamWiki sichtbar gemacht werden – die Artikel erscheinen in der Kategorie „Personen der Geschichte“. Wer macht mit? Jede neue Seite trägt dazu bei, vergessene Lebensgeschichten wieder sichtbar zu machen.

Weiterführende Informationen: Juden in PotsdamSynagogenzentrum Potsdam

 

Rund 50 Mitglieder freuten sich über die Rückkehr in unser langjähriges Stammlokal, den Alten Stadtwächter.

Ensemblewettbewerb 2026 der Städtischen Musikschule Potsdam

Musikalischer Nachwuchs begeistert am Campus Stern

Am Sonnabend, dem 9. Mai 2026, traten Kinder und Jugendliche der Städtischen Musikschule Potsdam „Johann Sebastian Bach“ zum Ensemblewettbewerb am Campus Stern in der Galileistraße an. Insgesamt zehn Ensembles – vom Trio bis zum Quintett – stellten sich der Jury und präsentierten ihr Können.

Vielfältiges Programm auf hohem Niveau

Die Teilnehmenden im Alter von 7 bis 15 Jahren boten ein abwechslungsreiches Programm: Neben Popmusik-Beiträgen verschiedener Bands waren auch klassische Ensembles mit Streich-, Holz- und Blechblasinstrumenten zu hören. Gefordert waren Stücke unterschiedlichen Charakters, die jedoch nicht zwingend aus verschiedenen Epochen oder Stilrichtungen stammen mussten.
Auch die Auswahl der Musikstücke fand großen Anklang beim Publikum: Sie wirkte individuell auf die Ensembles zugeschnitten und unterstrich deren jeweilige Stärken.

Mitglied Birgit Fleischmann in der Jury.

Bewertung und Auszeichnungen

Eine fachkundige Jury, unterstützt durch eine Vertreterin des Vereins KULTURSTADT POTSDAM e. V., bewertete die Darbietungen nach einem festgelegten Punktesystem. Kriterien waren die musikalische Qualität, das Zusammenspiel innerhalb der Ensembles sowie der Gesamteindruck. Insgesamt wurden neun erste Preise und zwei zweite Preise durch die Jury vergeben sowie zusätzlich drei Sonderpreise.

Engagement des Vereins

Die Preisgelder wurden vom Kulturstadt Potsdam e. V. gestiftet. Darüber hinaus engagierten sich zahlreiche Vereinsmitglieder vor Ort: Sie sorgten mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee für das leibliche Wohl, unterstützten als Saaldienst den reibungslosen Ablauf und dokumentierten den Wettbewerb fotografisch. So wurde der Wettbewerb auch zu einem lebendigen Gemeinschaftserlebnis im Vereinsleben.

Festliches Abschlusskonzert

Den Höhepunkt des Tages bildete das Abschlusskonzert mit Preisverleihung am Abend des 9. Mai 2026 im Friedenssaal des Großen Waisenhauses Potsdam.
Die Vereinsvorsitzende Fides Mahrla würdigte in ihrem Grußwort das Engagement und die Leistungen der jungen Musikerinnen und Musiker. Sie hob hervor, dass das Zusammenspiel im Ensemble – geprägt von Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Freude – besonders beeindruckend gewesen sei. Gerade im Vergleich zu früheren Solistenwettbewerben wurde das gemeinsame Musizieren als großer Gewinn erlebt.

Preisträger im Ensemblewettbewerb der Musikschule Potsdam

Ein Tag voller Musik und Begegnungen

Der Ensemblewettbewerb 2026 war ein rundum gelungener Tag – geprägt von musikalischer Vielfalt, lebendiger Gemeinschaft und der spürbaren Begeisterung junger Talente. Vielen Dank an alle Beteiligten für diesen besonderen Tag voller Musik, Begegnungen und künstlerischer Energie.

 

 

 

 

 

Auf den Spuren von Franz Benda

Beim Mai-Vereinstreff stellte Dr. Klaus Harer, Referent für Musik und Osteuropa beim Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam, eine außergewöhnliche Persönlichkeit vor: „Franz Benda – Flüchtling aus Böhmen und Violinvirtuose am Hof König Friedrichs II.“

Wer war Franz Benda?

Franz Benda ist heute noch im Potsdamer Stadtbild präsent: Seit 1992 trägt die frühere Friedrich-Kirch-Straße seinen Namen. Zudem erinnert seit 2022 eine Gedenktafel in der Karl-Liebknecht-Straße 15 an sein Leben und Wirken.
Geboren wurde Franz Benda als ältester Sohn von Johann Georg Benda und dessen Ehefrau Dorothea in Alt-Benatek (Benátky), etwa 40 Kilometer nordöstlich von Prag. Sein Vater war Leineweber und zugleich als Tanzmusiker tätig, während seine Mutter aus der bekannten Musikerfamilie Brixi stammte.
Bereits im Alter von neun Jahren begann Benda seine musikalische Laufbahn als Chorknabe am Benediktinerkloster der Nikolaikirche in Prag und besuchte die Jesuitenschule. Seine Ausbildung und Karriere führten ihn zunächst als Sänger an die Dresdner Hofkirche und zurück nach Prag. Später entwickelte er sich zum Violinisten.

Weg an den preußischen Hof

Entgegen der oft erzählten Vorstellung kam Benda nicht unmittelbar als Flüchtling aus Böhmen nach Preußen. Sein Weg führte ihn vielmehr quer durch Mitteleuropa: von Prag über Dresden, Wien, Hermannstadt und Breslau bis nach Warschau, Neuruppin und Rheinsberg.
Durch die Vermittlung von Johann Joachim Quantz erhielt er die Gelegenheit, dem preußischen Kronprinzen Friedrich vorzuspielen. Dieser engagierte ihn daraufhin sofort für seine Hofkapelle in Rheinsberg.
Benda blieb zeitlebens in der Gunst seines Dienstherrn, des späteren Königs Friedrich II. Auf dessen Veranlassung zog auch Bendas Familie nach Potsdam. Zwei seiner Brüder – Joseph und Johann – wurden ebenfalls Mitglieder der königlichen Kapelle. Sein Bruder Georg machte sich später als Hofkapellmeister in Gotha einen Namen, insbesondere durch seine Melodramen. Der Vater Johann Georg und Bruder Viktor betrieben in Nowawes eine Leineweberei.
> Weitere Lebensdaten werden demnächst auch im PotsdamWiki-Beitrag zu Franz Benda ergänzt und veröffentlicht.

Franz Benda“, Portraitstich 1756  

Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

Über Bendas bewegtes Leben sind wir gut informiert, da er seine Lebensgeschichte selbst niederschrieb (datiert auf 1763). Diese Autobiografie wurde erstmals 1856 in der „Neuen Berliner Musikzeitung“ veröffentlicht und erschien 1967 erneut in der bis heute maßgeblichen Biografie von Franz Lorenz: „Franz Benda und seine Nachkommen“.
Das Originalmanuskript ist erhalten geblieben: Ein Nachfahre, Hans von Benda, übergab es dem Staatlichen Institut für Musikforschung – Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Inzwischen ist es auch online einsehbar.
Bereits zu Bendas Lebzeiten fanden Teile seiner Selbstbiografie Verbreitung. Der Musikschriftsteller Johann Adam Hiller nutzte sie für seine 1766 erschienene ausführliche Lebensbeschreibung in den „Wöchentlichen Nachrichten die Musik betreffend“.

Wirkung und Nachleben

Mit Franz Benda begann die erfolgreiche Musikertradition der Familie Benda in Berlin und Preußen, die über mehrere Generationen hinweg fortbestand.
Im 19. Jahrhundert waren Angehörige der Familie Benda in verschiedenen Berufen tätig; ein Familienzweig wurde später geadelt.

Deutsches Kulturforum östliches Europa in Potsdam

Dr. Klaus Harer studierte Slawistik und Musikwissenschaft in Marburg und war nach seiner Promotion bis zum Jahr 2000 in der Lehre tätig. Seit der Gründung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Jahr 2000 arbeitet er dort als Referent für Musik und Osteuropa.
Gern nehmen wir die Einladung an, dass sich interessierte Mitglieder bei einer gesonderten Veranstaltung über die Arbeit vor Ort in der Berliner Straße informieren können.

> Veranstaltungstermine, Podcasts sowie Publikationen des hauseigenen Verlags sind auf der Website des Kulturforums zu finden.

 

Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt

Bernd Rubelt spricht über Potsdam im Wandel

Zum Abschluss unseres Jahresthemas 2025 sprach Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, am 10. Oktober in der Wissenschaftsetage über „bewahren – erneuern – entwickeln: Potsdams Perspektiven, Chancen, Möglichkeiten“.

Chancen der Stadtentwicklung

Zu Beginn präsentierte Rubelt eine Karte zur Bevölkerungsentwicklung wachsender Metropolen (2021–2045) und zeigte damit die Dynamik, die Potsdam in den kommenden Jahren erwartet. Die Stadt punktet mit ihren natürlichen Gegebenheiten, gewachsenen Strukturen und einer hohen Lebensqualität. Besonders eindrucksvoll war eine Netzwerk-Grafik, die 134 Bildungs- und Wissenschaftsstandorte in Berlin und Brandenburg miteinander verband.

Wissenschaft in der Metropolregion

Potsdam verfügt bereits über drei bedeutende Wissenschafts- und Innovationscluster:

  • Life Sciences & Bio Tech auf dem Campus Golm
  • Medien, IT, Film und KI in Babelsberg, Griebnitzsee und Jungfernsee
  • Klima- und Erdwissenschaften auf dem Telegrafenberg

In den kommenden Jahren entstehen weitere Leuchttürme: Die Hasso-Plattner-Stiftung entwickelt den Campus Griebnitzsee zu einem europaweit führenden Standort für digitale Wissenschaften. Gleichzeitig entsteht am Brauhausberg ein neuer Universitätsstandort – unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Gebäude.

„Potsdam hat das Potential, zu einem globalen Ort der Innovation zu werden, an dem Visionen für die Zukunft Wirklichkeit werden.“  Hasso Plattner

Entwicklung folgt der Infrastruktur

Rubelt betonte, dass erfolgreiche und nachhaltige Stadtentwicklung nur gelingen kann, wenn Verkehrsplanung, Wohnungsbau, soziale Infrastruktur und öffentliche Räume als Einheit gedacht werden. Dazu gehören ebenfalls Analysen und Maßnahmen zu:

  • Aufteilung und Nutzung des öffentlichen Raums
  • Weiterentwicklung der Innenstadt
  • Zukunft der Plattenbauquartiere
  • Reduzierung der Versiegelung
  • Erhalt von Grünvolumen
  • Anpassung an den Klimawandel

Jahresthema 2025 Stadtentwicklung

Die Mitglieder des Kulturstadtvereins setzten sich 2025 mit der Stadtentwickung Potsdams auseinander. Unsere Partner dabei waren Kirchenhistoriker Andreas Kitschke, der ehemalige Oberbürgermeister Jann Jakobs, die Geschäftsführerin des Sanierungsträgers Potsdam Sigrun Rabbe, der Vorsitzende des Vereins Potsdamer Stadtschloß e.V. Willo Göpel, der Koordinator des Arbeitskreises StadtSpuren Carsten Hagenau, Stadtführer Robert Leichsenring, der Grafiker und Autor Olaf Tiede sowie der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt. Allen ein herzliches Dankeschön spannende Vorträge und erhellende Erkenntnisse.

Innenstadtspaziergang mit Sigrun Rabbe

In unserem Veranstaltungszyklus „Die Stadtentwicklung der Potsdamer Mitte“ führte uns Sigrun Rabbe am 16. September über den Alten Markt, die Uferpromenade der Alten Fahrt und den Steubenplatz mit der Ringerkolonnade.

Sie ist Geschäftsführerin des Sanierungsträgers Potsdam und als solche für die Entwicklung der Quartiere rund um den Alten Markt zuständig. Aufgabe des Sanierungsträgers ist über die städtebauliche Entwicklung hinaus die Planung und Umsetzung von Straßen, Plätzen, Grünflächen und Promenaden mit hoher Gestalt- und Aufenthaltsqualität.

Der Sanierungsträger verantwortet dabei den Fördermitteleinsatz aus der Städtebauförderung. Seit über 25 Jahren ist der Alte Markt dabei ein Schwerpunkt. Sigrun Rabbe erklärte uns die Stadt aus Planerperspektive. Sie erzählte vom Straßenpflaster und Verlegemustern der Steine, dem Regelwerk des Pflasterleitfadens und die Herausforderungen der Höhenentwicklung zurück auf das historische Niveau. Immer wieder mit ironischem Unterton, wenn sie die eigene Fachsprache zitiert: Zum Beispiel, dass die Abgrenzung des Havelufers kein Geländer braucht, wenn sich dort ein „Bootsanleger für muskelbetriebene Wasserfahrzeuge“ befindet.

Sigrun Rabbe sprach über die Planung für die Blockbebauung an der Bibliothek, das komplizierte Vergabeverfahren für die Grundstücke und Unwägsamkeiten – Munitionsfunde, Bodenarchäologie und den schwierigen Baugrund- in der Innenstadt. So stand der inzwischen abgerissene „Staudenhof“ auf 959 massiven Betonpfeilern, die in der Baugenehmigung nicht verzeichnet waren. Sie werden drinbleiben und müssen bei der Fundamentierung des Neubaus berücksichtigt werden.

Am letzten Punkt des Rundgangs noch ein Fachwort: Die Ringerkolonnade, ein Denkmal, wurde translosziert, nämlich vom Neptunbassin an den geplanten Steubenplatz. Vielleicht wird bald auch Steuben translosziert.

Seit 1996 arbeitet Sigrun Rabbe in und für Potsdam, betreute die Entwicklung des Bornstedter Feldes sowie die Sanierung des Holländischen Viertels und der 2. Barocken Stadterweiterung. Es ist seit fast 30 Jahren ihre Arbeit, eine Arbeit die auch Herzenssache für sie ist. Das finden die Kulturstadt-Mitglieder ganz großartig, wie unsere Vereinsvorsitzende Fides Mahrla unterstrich.

Bolko Bouché

Willo Göpel, Vorsitzender des Vereins Potsdamer Stadtschloß e.V.

Potsdamer Stadtschloß: Verein sammelt für Fassadenschmuck

Beim Kulturstadt-Stammtisch am 3. September 2025 berichtete Willo Göpel, Vorsitzender des Vereins Potsdamer Stadtschloß e.V., über das Engagement seines Vereins. Im Mittelpunkt steht dabei die Rekonstruktion des historischen Fassadenschmucks am Landtagsneubau. Dabei geht es überwiegend um Neuanfertigungen.

Der Verein hatte sich bereits für die Wiedererrichtung des Fortunaportals (1999/2002) und den Bau des brandenburgischen Landtags im rekonstrukierten Stadtschloß (2003/2005) eingesetzt. Aktuell arbeiten die rund 200 Mitglieder daran, den Skulpturenschmuck des Schlosses zu vervollständigen. Der Bau soll wieder mit insgesamt 118 Sandsteinfiguren verziert werden. Sie werden anhand von Fragmenten oder Fotografien neu modelliert und in Sandstein gehauen.

Als Vereinsvorsitzender ist Willo Göpel der wichtigste Spendensammler seines Vereins. Rund 70.000 Euro kostet die Herstellung einer einzigen Figur. Etwa ein Drittel der Figuren steht bereits an seinem Platz, und  jedes Jahr sammelt der Verein Spenden für ein bis zwei weitere. Göpel betonte, dass die detaillierte Kenntnis der Figuren Teil seiner Spendenstrategie sei: Sponsoren sollen für eine konkrete Skulptur begeistert werden. „Man muss einen Sponsor über das Motiv gewinnen. Aber nur jede zehnte Idee funktioniert“, erklärte er.

Zu den Arbeiten gehört auch die Rekonstruktion der Putten an der Fahnentreppe. Auf historischen Abbildungen sind sie ohne Instrumente dargestellt, doch Göpel verweist auf Fingerhaltungen, die auf Musikinstrumente schließen lassen. Vermutlich hielten die Figuren ursprünglich hölzerne Instrumente, die im Laufe der Zeit verloren gingen.

Ein nächster Schritt ist für den 16. September um 11:00 Uhr geplant: Dann sollen die Figuren Atalante und Hippomenes im Schlosshof aufgestellt werden – sichtbar vom Alten Markt in der Achse der Anna-Flügge-Straße.

„Die drei Musketiere“ im Heckentheater

Sommer in Potsdam – das heißt auch: Sommertheater mit dem Poetenpack!

In diesem Jahr wurde gefochten, geflirtet und geflunkert – mit breitkrempigen Hüten, bunten Federn und wehenden Hemdsärmeln im rasanten Fechtgetümmel. Regisseurin Sonja Wassermann bleibt der berühmten Vorlage von Alexandre Dumas „Die drei Musketiere“ in ihren Grundzügen treu, bringt sie aber mit feinem Gespür ins Hier und Heute.
Die Geschichte spielt im vorrevolutionären Frankreich und bietet alles, was ein unterhaltsamer Theaterabend braucht: Spannung, klar gezeichnete Charaktere, temporeiche Kampfszenen und viel Sprachwitz. Das Ergebnis: ein spritziges Bühnenspektakel – überraschend, temporeich und höchst amüsant.

Hauen, Stechen und Lachtränen im Heckentheater

Der schüchterne d’Artagnan will raus aus dem Dorf – und rein ins Abenteuer. Er träumt von einer Karriere als Innenrevisor bei der „Königswusterhausener“, doch die Eltern würden ihm lieber ein Haus neben dem eigenen bauen. Papa rät ihm schließlich: auf nach Paris, Muskatnuss soll er werden!
Gleich zu Beginn fällt die Dramaturgin der Sense von Mutter Natur zum Opfer – was dazu führt, dass die Darsteller nun selbst den Erzählfaden weiterspinnen müssen. Und das tun sie mit Bravour: Sieben Schauspielerinnen und Schauspieler übernehmen in rasantem Rollenwechsel mehr als 20 Figuren – mit Witz, Tempo und sichtlicher Freude am Spiel.
Das Publikum folgt begeistert. Es wird gelacht, getuschelt („Herrlich!“), und wenn ein Duell plötzlich zum Duett wird, ist niemand überrascht. Wenn Athos über „immer noch 19 Prozent“ auf dem Kneipenbon klagt oder König Louis XIII. meint, Demokratie sei „furchtbar langweilig“, blitzt herrlicher Zeitgeist-Humor auf.
Die Charaktere sind bewusst überzeichnet, mit viel Ironie und einem charmanten Augenzwinkern gespielt. Kein Moment ist vorhersehbar – selbst wenn man den Stoff kennt. Und sollte einmal ein Haiangriff in der Straße von Dover drohen, wird dieser elegant pantomimisch gelöst.
Das Publikum bedankt sich mit begeistertem Applaus und Standing Ovations – und das vollkommen zu Recht.

The same procedure as every year

Seit unserem ersten Besuch beim Poetenpack im Jahr 2006 – damals noch auf dem Q-Hof in der Lennéstraße – gehört das traditionelle Vorgespräch fest zum Ritual. In diesem Jahr stimmten Dramaturg Willi Händler und Schauspieler Nikolai Arnold die Mitglieder auf die Neuinszenierung ein – informativ, humorvoll und kurzweilig.
„Einer für alle – alle für einen!“ ist ein Klassiker des Mantel-und-Degen-Genres mit über 20 Rollen, die hier im fliegenden Kostümwechsel von nur sieben Darstellern gespielt werden. Neu in diesem Jahr: Die Fechtszenen wurden erstmals unter Anleitung eines professionellen Kampfchoreografen einstudiert.
Das Poetenpack bespielt regelmäßig Bühnen in Potsdam (Zimmerstraße & Heckentheater) sowie in Magdeburg. Umso mehr freut sich das Ensemble über wachsende Unterstützung aus dem Freundeskreis. Wer mehr über Fördermöglichkeiten erfahren möchte, findet weitere Informationen [hier].

Potsdam, am 2. August 2025

Stadtentwicklung zur Amtszeit von Jann Jakobs

Beim Vereinsstammtisch am 2. Juli war Jann Jakobs unser Gast. Er war seit 1997 als Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit tätig und von 1999 bis 2002 Bürgermeister der Landeshauptstadt sowie Beigeordneter für Ordnung und Umweltschutz. Von 2002 bis 2018 war er Oberbürgermeister. Bei seiner feierlichen Verabschiedung in den Ruhestand sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Es ist Dein Verdienst, Potsdam zu einer liebenswerten Stadt gemacht zu haben, für alle, die hier leben. Was Du für das Land geleistet hast, ist immens.“

Potsdam nach der Wende

Jann Jakobs berichtete über seine Arbeit und die seiner Vorgänger. Wesentliche innerstädtische Entwicklungen waren Ende der 1990-er Jahre bereits in die Wege geleitet: Die Rettung der denkmalgeschützten Innenstadt sowie Erhalt und Sanierung der Plattenbaugebiete aus DDR-Zeit, in denen heute ein Drittel der Potsdamer wohnen. Jann Jakobs war bereits als Beigeordneter in diesen Prozess eingebunden – in seinen Bereich fielen die Verhandlungen mit den Hausbesetzern, die sich zum Beispiel in der Gutenbergstraße eingerichtet hatten. Jakobs setzte auf klare Ansagen: Kein besetztes Haus mehr zur Bundesgartenschau 2001.

Matthias Platzeck und Jann Jakobs

Sein Verhältnis zu Matthias Platzeck beschrieb er so: Matthias war Sympathieträger, er hat das Image der Stadt gewandelt, weg von der Hauptstadt der Meckerer. „Ich war derjenige, der den Alltag organisiert hat, auch Müllabfuhr und Straßenreinigung.“ Als Oberbürgermeister stärkte Jakobs die Verwaltungsstrukturen. Er baute einen modernen und funktionierenden Bürgerservice auf, der bundesweit als vorbildlich galt. Er kann sich nicht erklären, warum es heute dort riesige Warteschlangen gibt.

Meilensteine der Stadtentwicklung

Als gelungen bezeichnete Jakobs die Entwicklung des Bornstedter Feldes, aktuell Wohnort für 14.000 Potsdamer, und die Neubebauung des Alten Marktes. Hier lobte er vor allem Hasso Plattner und sprach die Hoffnung aus, dass ihm die Stadtverordneten bei der Entwicklung des „Kreml“ keine Steine in den Weg legen. Jakobs befürchtet,  dass es mit Wettbewerbsverfahren zu endlosen Verzögerungen kommt.

Zankapfel Rechenzentrum

Manche würden es als einen Fehler in seiner Amtszeit bezeichnen, dass er die Überlassung des Rechenzentrums für Nutzung durch Künstler und Unternehmen der Kreativbranche zugelassen habe. Er stehe jedoch dazu, denn es sei damals nicht abzusehen gewesen, dass der Turm der Garnisonkirche so schnell gebaut wird und das Kreativquartier kommen würde. Die Stadt habe damals auf den Bedarf reagiert. Für die spätere Verlängerung der Nutzungsfrist hätte es keinen Bedarf gegeben.

Unsere Vereinsmitglieder hatten noch viele Fragen. Mit seinem Vortrag und den Antworten fügte Jann Jakobs ein wichtiges Kapitel zu unserem Jahresthema „Die  Stadtentwicklung im Herzen Potsdams“ hinzu. Die nächste Veranstaltung dazu ist ein Stadtrundgang mit Sigrun Rabbe, Geschäftsführerin des Sanierungsträgers Potsdam, am 16. September.

Atelierbesuch bei Bernd Blase – Zwischen Traum, Kunst und Coaching

Ein Atelierbesuch bei unserem Vereinsmitglied Bernd Blase ist mehr als nur ein Blick auf Leinwände – es ist eine Reise in eine faszinierende Gedankenwelt, die sich zwischen Traum, Klang und Farbe bewegt. Seit 1974 widmet sich Bernd Blase der Malerei, doch erst seit 2014 entstehen seine Werke aus bewussten Träumen der Nacht. Sie sind Ausdruck innerer Bilder, Reflexionen und immer auch ein Experiment. Diese surrealen Bildwelten, oft vieldeutig und offen für Interpretationen, ordnet er einem eigens geprägten Stilbegriff zu: dem „Inproeliolismus“ – abgeleitet aus dem lateinischen in proelio, „in der Schlacht“. Gemeint ist der kreative, manchmal auch schmerzhafte Prozess des künstlerischen Ringens um Ausdruck, Sinn und Form.

Atelierbesuch am 20. Juni 2025 – Foto: Bernd Blase

Blase, ein überzeugter Autodidakt, zitiert Wilhelm Busch: „Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren.“ Getreu diesem Motto vermeidet er bewusst den Mainstream und das bloße Wiederholen bereits Dagewesenen. Jedes seiner Werke ist ein Experiment – offen für Veränderung, solange es nicht in einem Rahmen hinter Glas konserviert wird.

Vom Koch zur Kunst: Ein außergewöhnlicher Werdegang

Seine Biografie ist ebenso vielfältig wie seine Kunst. Den gelernten Koch führte der Weg über die Nouvelle Cuisine zur Musik und Komposition in Paris, wo er drei Jahre als Straßenmusiker und Maler lebte. In dieser Phase entstanden 22 Gemälde sowie 33 Lieder und Gedichte – alle Bilder wurden verkauft, um den Alltag zu finanzieren. Heute ist er als Komponist und Singer/Songwriter Mitglied der GEMA; seine Musik ist auf gängigen Portalen abrufbar.

Auch als Maler hat Blase Spuren hinterlassen: Einige seiner Werke sind an öffentliche und private Einrichtungen verliehen. Seine Ateliers in Potsdam und Wittichenau (Oberlausitz) sind kreative Rückzugsorte – Orte des Träumens, Arbeitens und Reflektierens.

Kunst trifft Coaching

Doch Bernd Blase ist nicht nur Künstler. Hauptberuflich wirkt er als Dozent, Hochschullehrer und Coach. Themen wie Qualitätsmanagement, Persönlichkeitsentwicklung und Rhetorik verbinden sich bei ihm mit einem tiefen Verständnis für das Menschsein – eine Synthese aus Philosophie, Kreativität und Praxis.

Filmisches Porträt eines Grenzgängers

Ein Filmteam hat ihn 2024 begleitet – entstanden ist ein eindrucksvolles Porträt eines Menschen, der Coaching, Kunst und Leben zu einer Einheit verschmelzen lässt. Der Film gibt Einblick in ein Schaffen, das sich jeder Kategorisierung entzieht:  Auf Youtube: Bernd Blase – Porträt eines vielseitigen Talents

Fazit: Ein Künstler, der Spuren hinterlässt

Bernd Blase ist ein moderner Renaissance-Mensch. Seine Bilder sind Fenster in eine Welt jenseits der Konventionen. Wer ihn besucht, begegnet nicht nur einem Künstler, sondern einem Impulsgeber, der Mut zur Veränderung macht – im Leben wie in der Kunst.

Die Rolle der sozialen Wohnungswirtschaft bei der Stadtentwicklung

Beim Vereinstreff am 4. Juni 2025 stellte Carsten Hagenau den Arbeitskreis StadtSpuren vor – ein bundesweit einmaliger Zusammenschluss sozial orientierter Wohnungsunternehmen in Potsdam. Gegründet 1997, vereint das Kooperationsprojekt zahlreiche kommunale und genossenschaftliche Akteure. Hagenau ist als Geschäftsführer der Projektkommunikation HAGENAU GmbH von Beginn an als Koordinator, Themengeber und Sprecher involviert.

Ein starkes Bündnis für Potsdam

Dem Arbeitskreis gehören folgende Unternehmen an:

  • ProPotsdam GmbH (kommunal)
  • GWG Bauverein Babelsberg eG
  • Gewoba eG Babelsberg
  • Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft eG
  • Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG
  • Studierendenwerk West\:Brandenburg
  • Wohnungsbaugenossenschaft 1903 Potsdam eG
  • Wohnungsbaugenossenschaft „Daheim“ eG
  • Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam eG

Mit zusammen rund 34.000 Wohneinheiten decken die Mitgliedsunternehmen etwa 40 Prozent des Potsdamer Mietwohnungsmarkts ab – rund 70.000 Menschen leben in ihren Wohnungen. Seit Beginn der Kooperation wurden 1,6 Milliarden Euro in die Modernisierung, den Neubau und die Entwicklung von Wohngebieten investiert.

Anders als die Anderen

Im Unterschied zur renditeorientierten Privatwirtschaft verfolgen soziale Wohnungsunternehmen keine Gewinnerzielungsabsicht. Ihr gesetzlich verankerter Auftrag: Wohnraum bereitstellen – sicher, bezahlbar und langfristig. Die Genossenschaften handeln auf Grundlage ihrer Satzungen im Sinne ihrer Mitglieder, während die kommunale ProPotsdam GmbH der Stadt gehört und dem kommunalpolitischen Willen unterliegt. Das Studierendenwerk ist ein öffentlich-rechtlich verfasstes Unternehmen zur Versorgung Studierender.

Diese demokratische Legitimation zeigt sich auch in der Kontrolle: Bei den Genossenschaften wählen die Mitglieder – direkt oder über Vertreter – die Aufsichtsräte. Bei der kommunalen Gesellschaft bestimmen die Stadtverordneten über deren Zusammensetzung. So bleibt der soziale Auftrag dauerhaft im Fokus.

Die Kunden und zugleich Auftraggeber sind die Mieterinnen und Mieter bzw. die Mitglieder der Genossenschaften. In den vom Arbeitskreis betreuten Wohnungen lebt ein Drittel der Potsdamer Bevölkerung – ein deutlicher Beleg für die gesellschaftliche Relevanz dieser Wohnungsunternehmen.

Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe

Im Arbeitskreis kooperieren Unternehmen, die im freien Markt durchaus Konkurrenten sind. Doch wer gutes Wohnen anbieten will, braucht auch ein funktionierendes Umfeld: Nahversorgung, Bildungseinrichtungen, Freizeitangebote, Infrastruktur. Deshalb setzen sich die Beteiligten gemeinsam für lebenswerte Quartiere und die stadtteilübergreifende Entwicklung ein – oft auch als Impulsgeber gegenüber der Stadtverwaltung.

Ob Straßenreinigung, Strompreise, Schulstandorte, öffentlicher Nahverkehr oder Supermärkte: Viele kommunale Entscheidungen haben unmittelbaren Einfluss auf die Wohnqualität. Die sozialen Wohnungsunternehmen vertreten dabei nicht nur ihre Mieter – sie gestalten die Stadt aktiv mit.

Investitionen in der Potsdamer Mitte

Passend zum Jahresthema „Stadtentwicklung im Herzen Potsdams“ beleuchtete Carsten Hagenau in seinem Vortrag die Aktivitäten der sozialen Wohnungswirtschaft in der Innenstadt – mit einem historischen Bogen von der Nachkriegszeit bis heute.

Bereits ab 1954 entstanden durch sogenannte „Aufbaustunden“ (AWG) neue Wohnquartiere, etwa im Bereich Burgstraße/Am Kanal. Genossenschaftsmitglieder konnten durch ihre Arbeitsleistung Wohnraum erhalten. Diese Quartiere wurden nach der Wende umfassend saniert und modernisiert, teilweise durch Neubauten ergänzt wie etwa im Französischen Quartier oder in unmittelbarer Nachbarschaft zur Französischen Kirche.

Ein aktuelles Beispiel für eine besondere Herausforderung ist das Engagement der Potsdamer Genossenschaften beim Wiederaufbau der Potsdamer Mitte im Karree zwischen Altem Markt und Friedrich-Ebert-Straße. Hier geht es um die Rekonstruktion historischer Straßenzüge und sogenannter Leitbauten, deren Fassaden dem historischen Stadtbild möglichst nahekommen sollten.
Dazu zählen der von Stadtbild Deutschland e.V. preisgekrönte Plögersche Gasthof und das ebenfalls prämierte Klingnersche Haus.

Möglich wurde dieses Engagement der Genossenschaften erst durch die Zusicherung eines Festpreises für die Grundstücke. Rund 80 Prozent der Flächen im Karree Anna-Zielenziger-Straße / Alter Markt / Anna-Flügge-Straße / Erika-Wolf-Straße wurden bebaut – mit einer Investitionssumme von mehr als 100 Millionen Euro.

Entstanden sind 79 Wohnungen, dazu Einzelhandelsflächen, gastronomische Einrichtungen sowie Räume für Bildung und Kultur. Von den 79 neu errichteten Wohnungen sind 13 Wohnungen belegungsgebunden (= 16,5 Prozent, 62 Wohnungen mietpreisgebunden, d.h. die Nutzungsentgelte liegen 10 Prozent unter dem Wert des jeweils gültigen Mietspiegels (= 78,5 Prozent). Macht zusammen 95 Prozent. Vier Wohnungen (= 5 Prozent) werden zu 25 Euro angeboten. Über das Gesamtangebot liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei bis zu 10,89 Euro.

Herausforderungen und Ausblick

Derzeit gefährden unkalkulierbar steigende Baukosten die Realisierbarkeit neuer Wohnprojekte. Umso dringlicher sei es – so Hagenau – dass Förderprogramme neu aufgelegt oder angepasst werden. Nur so kann die soziale Wohnungswirtschaft weiterhin bezahlbaren Wohnraum schaffen – auch in zentralen Lagen.