IM DIALOG | Die SPSG im Gespräch mit Zielgruppen und Akteuren in den Gärten, v.l.n.r. Peer Straube (Potsdamer Neueste Nachrichten), Lars Schmäh (Stadtverwaltung Potsdam), Christina Kortz (Studierendenzeitung SpeakUp), Katrin Neumann (Moderation), Reiner Walleser (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg), Fides Mahrla (Kulturstadt Potsdam e.V.), Dirk Häusser (Mosaikwerkstätten), Sven Hannemann (SPSG, Fachbereichsleiter Park Sanssouci, Parkrevier I) © SPSG, Foto: Verena Mühlegger
© SPSG, Foto: Verena Mühlegger

Historische Gärten in Potsdam nachhaltig schützen

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) startete mit einer Auftaktveranstaltung am 6. November 2019 das Forschungsprojekt „Historische Gärten und Gesellschaft. Kultur – Natur – Verantwortung“.

Historische Gärten standen und stehen für Tradition und Fortschritt in der Kulturgeschichte der Menschheit. Sie zeugen vom Wandel des Naturverständnisses, bilden Gesellschaftsmodelle ab, sind Orte der Bildung und der Erholung. Seit Jahrzehnten wird neben der Erholungs- und Bildungsfunktion die ökologische und ökonomische Relevanz des Kulturdenkmals Garten geachtet. Doch mit den Nutzungsbedürfnissen des 21. Jahrhunderts hat sich auch das Nutzungsverhalten deutlich verändert. Dies ist nicht nur in den Gärten der SPSG, sondern auch deutschland- und europaweit in historischen Parkanlagen zu beobachten. Damit erhöhen sich die Anforderungen an den Schutz und die Bewahrung dieses Kulturguts.

Wie kann die Wahrnehmung der historischen Gärten als wertvolle Orte der engen Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Natur, Erholung und Bildung, Ökonomie und kultureller Identifikation geschärft werden? Wie kann die Gesellschaft mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe der historischen Gärten übernehmen – und was können die historischen Gärten der Gesellschaft zurückgeben? Welche Möglichkeiten und Impulse für künftiger Erholungs-, Nutzungs- und Bildungspotentiale sind denkbar?

Beim Auftaktkolloquium am 6. November 2019 wurden diese Fragestellungen im Sinne einer Bestandsaufnahme aus der Sicht von Wissenschaft, Politik und Verwaltung mit Nutzern und Bürgern diskutiert. Aus den Erkenntnissen und Denkanstößen dieses Kolloquiums sollen Möglichkeiten einer sensiblen Nutzung und Vermittlung im Sinne eines respektvollen und angemessenen Umgangs mit dem Kulturgut Garten erarbeitet werden. Darüber hinaus sollen gemeinschaftlich erste Ideen und Impulse für neue Formen und Formate der Aneignung entwickelt werden, die ein neues Nachdenken über den sorgsamen Umgang mit der gestalteten Natur befördern können.

 

© SPSG, Foto: Verena Mühlegger

Während der Auftaktveranstaltung am 6. November 2019 des DBU-Forschungsprojekts „Historische Gärten und Gesellschaft. Kultur – Natur – Verantwortung“ führte die SPSG einen offenen Dialog mit Zielgruppen und Akteuren in den Gärten, v.l.n.r. Peer Straube (Potsdamer Neueste Nachrichten), Lars Schmäh (Stadtverwaltung Potsdam), Christina Kortz (Studierendenzeitung SpeakUp), Katrin Neumann (Moderation), Reiner Walleser (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg), Fides Mahrla (Kulturstadt Potsdam e.V.), Dirk Häusser (Mosaikwerkstätten), Sven Hannemann (SPSG, Fachbereichsleiter Park Sanssouci, Parkrevier I).

Statement von Fides Mahrla, Vorsitzende Kulturstadt Potsdam e.V.

Für den Kulturstadt Potsdam e.V. ist das Welterbe nicht verhandelbar. Unstrittiger Konsens unter den Mitgliedern sind die Einhaltung der Parkordnung und die konsequente Sanktionierung von Verstößen dagegen. Wir wünschen uns die vorbehaltlose Unterstützung der Stadt für den Erhalt der Historischen Gärten und sind gegen eine weitere Übernutzung der Anlagen durch Freizeitaktivitäten.
Für die Finanzierung des Pflegeaufwands schlagen wir einen Parkeintritt über Tages- und Jahrestickets vor. Damit verbinden wir das Ziel, dass der Aufenthalt in einem Park wie Sanssouci oder dem Neuen Garten wieder zu etwas Besonderem wird. Frei werdende Mittel sollte die wachsende Stadt Potsdam in die Entwicklung ihrer eigenen Freiflächen stecken – zum Beispiel in eine Badestelle am Luftschiffhafen.

 

 

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