Am 15. April 2026 erhielten die Mitglieder unseres Vereins in Begleitung von Dr. Silke Kiesant die seltene Gelegenheit, das nicht öffentlich zugängliche Zentrale Skulpturendepot (ZES) der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) in der Friedrich-Engels-Straße zu besichtigen. Der vom Berliner Büro Staab Architekten entworfene Bau wurde 2024 fertiggestellt und übergeben.
Dr. Kiesant, Kustodin der Skulpturen- und Uhrensammlung, erläuterte, dass das Skulpturendepot eine wichtige Ergänzung zum bereits bestehenden Zentralen Kunstgutdepot der SPSG darstellt. Der zweieinhalbgeschossige Zweckbau bietet auf rund 4.000 Quadratmetern Platz für mehr als 5.100 Skulpturen sowie etwa 6.000 Objekte der keramischen Sammlung. Die Skulpturen werden seit 2024 aus insgesamt acht Depotstandorten schrittweise zusammengeführt; der Abschluss dieses Prozesses wird in zwei bis drei Jahren erwartet.
Die Bandbreite der Objekte ist beeindruckend: Sie reicht von überlebensgroßen Skulpturen bis hin zu kleinformatigen Fragmenten aus unterschiedlichsten Materialien wie Marmor, Sandstein, Kunststein, Porzellan, Terrakotta, Eisenguss, Bronze oder Zinkguss.
Wertvolle Originale lagern im Depot
Skulpturen, die aufgrund fortgeschrittener Verwitterung gefährdet sind, werden im Depot gesichert und geschützt. Um die ursprüngliche Aussage der Parkanlagen zu bewahren, werden an den historischen Standorten handwerklich gefertigte Kopien aufgestellt. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Wiederherstellung des Figurenensembles an der Großen Fontäne im Park Sanssouci, bei der zwölf französische Meisterwerke des 18. Jahrhunderts originalgetreu reproduziert wurden.
Im Depot werden zudem Skulpturen aufbewahrt, deren ursprüngliche Standorte nicht mehr existieren, ebenso wie Kopien, Abgüsse und Gussformen. Unter konservatorisch optimalen Bedingungen werden die Kunstwerke gereinigt, eingelagert und für Ausstellungen oder wissenschaftliche Untersuchungen bereitgestellt. Moderne Lagersysteme und verbesserte Arbeitsbedingungen ermöglichen dabei eine effiziente wissenschaftliche und restauratorische Betreuung.
Neubau in Werkhallen-Architektur
Architektonisch nimmt der langgestreckte Neubau die Dachform von Montagehallen der Umgebung auf. Der Stahlbetonmassivbau ist auf einen möglichst geringen Energie- und Wartungsaufwand ausgelegt. Massive Decken und der Verzicht auf Fenster sorgen für ein stabiles Raumklima mit konstanten Temperatur- und Feuchtigkeitswerten – eine wesentliche Voraussetzung für die langfristige Erhaltung der Kunstwerke.
Finanziert wurde das Projekt durch das Sonderinvestitionsprogramm II für die preußischen Schlösser und Gärten, getragen vom Bund sowie den Ländern Brandenburg und Berlin. Mit Gesamtkosten von rund 12 Millionen Euro entstand ein dauerhaft sicherer Aufbewahrungsort für einzigartige Kunstschätze aus mehreren Jahrhunderten.
Der Besuch machte deutlich, wie viel Expertise, Sorgfalt und Planung erforderlich sind, um dieses kulturelle Erbe langfristig zu sichern.









