Dankeschön-Führung durch die zweite barocke Stadterweiterung

Der Kulturstadt Potsdam e. V. bedankte sich bei den Unterstützern seines Spendenaufrufes (1) zur Sicherung des technischen Betriebs von Potsdam-Wiki (2) mit einer exklusiven Führung am 11. September durch die „Zweite Stadterweiterung“. Dieser Spaziergang führte uns in das Potsdam des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. Er hatte 1722 eine erste Stadterweiterung in Auftrag gegeben. 1733 folgte eine zweite. 600 Bürgerhäuser wurden gebaut, um Unterkünfte für Soldaten und Bürger zu schaffen. Start war am Brandenburger Tor an der Spieluhr zum stündlichen Glockenspiel „Im Frühling“ von Hanns Eisler (Text: Bertolt Brecht).

Der Spaziergang begann in der Brandenburger Straße im Hof des Luisenforum mit dem alten Schornstein und Wirtschaftsgebäude der Seifensiederei der Gebrüder Nürrenbach und führte in die Hermann-Elflein-Straße vorbei an der Gaststätte „Dreimädlerhaus“, mit Zwischenstopp im studentischen Kulturzentrum (Kuze) zum Museumhaus „Zum Güldenen Arm“. Weiter ging es entlang der Hegelallee bis zum Jägertor, in die Lindenstraße bis zum Kommandentenhaus und durch die Gutenbergstraße in die Jägerstraße 39. Das restaurierte Haus zeigt die historische Fachwerkfassade aus dem 18. und die daraufliegende Putzfassade aus dem 19. Jahrhundert. Die Städtische Musikschule gegenüber wurde 1838 wurde unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel in klassizistischem Stil als Armen- und Freischule erbaut. Am Nauener Tor vorbei war unser nächster Halt vor der „Großen Stadtschule“ in der Friedrich-Ebert-Straße 17. Der Balkon ist geschmückt mit der römischen Jahreszahl 1739 und den goldenen Initialen des Königs Friedrich Wilhelm I. Er führte die allgemeine Schulpflicht in Preußen ein.

Wir überquerten die Brandenburger Straße und bogen rechts in die Charlottenstraße ein. Sie bildet die Grenze zwischen der ersten und zweiten Stadterweiterung. Das Königliche Ordonnanzhaus (Charlottenstraße 31) ist heute die Spielstätte des Kabaretts Am Obelisk. Die Alte Wache an der Ecke Lindenstraße wurde 1795 von Friedrich Wilhelm II. als Geschenk an sein ehemaliges Regiment „Prinz von Preußen“ in Auftrag gegeben. Ein Medaillon zeigt den Bauherrn und Stifter. Das Gebäude wurde 2006 durch die Commerzbank restauriert, die dort 1990, wenige Tage nach der Währungsunion, ihre erste Potsdamer Filiale eröffnet hatte.

Der Spaziergang endete am Restaurant „Alter Stadtwächter“ in der Schopenhauer Straße 33. Am Haus ist ein Stück Stadtmauer aus dem Jahr 1722 zu sehen. Ab 1733, nach der Verschiebung der Stadtgrenzen, diente das Gebäude den Garde-Ulanen als Stall- und Pferdelazarett, Wärmestube und Gaststätte.  Seit 2017 bieten die Mitglieder des Kulturstadt Potsdam e.V. im „Alten Stadtwächter“ jeden ersten Mittwoch im Monat einen Willkommensabend für Neu-Potsdamer an.

 

(1) Unser Verein hat erstmals um eine Spende zur Sicherung des technischen Betriebes gebeten, weil uns ein externer Dienstleister helfen muss. Aufgrund der umfangreichen Daten (Bilder und Texte) ist eine regelmäßige professionelle IT-Betreuung notwendig. Die Redaktion (Autoren, Lektoren, Fotografen) arbeitet wie bisher komplett ehrenamtlich und die Netzhaus AG stellt den Speicherplatz zur Verfügung.

(2) www.Potsdam-Wiki.de ist ein kostenfreies Online-Lexikon über Potsdam mit rund 1.800 Artikeln, das durch den Kulturstadt Potsdam e.V. getragen wird. Es wurde weltweit schon mehr als 18 Millionen Mal aufgerufen und ist damit eines der meistgenutzten Internetportale Brandenburgs. Das ist die beste Werbung für unsere Stadt nach außen. Als Mitmach-Projekt wirkt unser Wiki aber auch nach innen. 400 Potsdamer haben als Autoren Wissen beigesteuert.

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