Über unseren Verein

Wir lieben unsere Stadt und genießen sehr bewusst die vielfältigen kulturellen Angebote. Mit unserer Begeisterung wollen wir andere anstecken. Mit unseren Projekten kommunizieren wir Potsdam als eine Stadt der Kultur, als Stadt der Gastfreundlichkeit, der Toleranz und Weltoffenheit. Unser Verein fördert das Engagement der Bürger und fördert Kultur.

10. Oktober – Quartierserkundung bei den „Nudeltoppern“

In unserer Reihe Quartierserkundung lernen wir Potsdamer kennen, die schon seit Jahrzehnten in ihrem Wohnviertel leben – manche sogar seit Generationen. Sie erzählen ganz private Geschichten. Dieses Mal ging es nach Babelsberg in das Quartier der „Nudeltopper“.

Die gebürtigen Babelsberger Ursula Zander und Thomas Dippe klärten auf, was es damit auf sich hat. Thomas Dippe wusste zu berichten, dass es sich bei den Nudeltoppern eigentlich um Kartoffeltöpfe handelte. Und in einer alten Zeitung stand, dass Ende des 19. Jahrhunderts die Weberfrauen ihren Männern den „Nudeltopp“ an den Arbeitsplatz in die Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel brachten. Schon hatten diese ihren Namen weg. Unser Vereinsmitglied Georg Maus – ebenfalls gebürtiger Babelsberger – ergänzte die Anekdoten um den Gruß der Babelsberger „Jehst’n hin“. Übersetzt: „Wo gehst du hin?“ Ebenso wie beim „how do you do“ wurde nicht wirklich eine Antwort erwartet.

Zahlreiche Geschichten aus dem Wirtschafts- und Gesellschaftsleben wurden erzählt. Unsere Gastgeber berichteten vom Wandel, den ihr Quartier in den vergangenen 30 Jahren erlebt hat. Die Eltern von Thomas Dippe hatten einen Eisladen in der Karl-Liebknecht-Straße 123. Der war im Sommer eine Institution und im Winter gab es die leckersten Pferdebuletten von Babelsberg. Heute kämpft Thomas Dippe als Inhaber eines Reisebüros mit den Folgen der Insolvenz von Thomas Cook. Es ist sehr schön geworden in seiner Straße, die grauen Fassaden sind Geschichte, aber von den alten familiengeführten Geschäften in seiner Straße sind nicht mehr viele geblieben.

Seniorchefin Ursula Zander vom legendären „Sportrestaurant Hiemke” in der Karl-Gruhl-Straße (Familienbesitz seit 1896) erzählte von den Gästen in ihrem Restaurant. Durch den Zusammenhalt der Babelsberger und kleine Tauschgeschäfte war der Tisch auch zu DDR-Zeiten stets reichlich gedeckt. Nicht immer waren die Geschichten lustig. Ursula Zander berichtete von Treffen Oppositioneller in ihrem Haus, die von der Stasi beobachtet wurden. „Angst hatten wir aber keine mehr“, sagte Ursula Zander. Die Stasi versuchte sie anzuwerben. Da sich die damals 17-Jährige sofort an einen Rechtsanwalt wandte, blieb der Versuch erfolglos.

Unsere beiden Quartiers-Erklärer fühlten sich übrigens immer als Babelsberger und nicht als Nowaweser oder gar Potsdamer. Das Weberviertel Alt Nowawes wurde 1938 mit Neuendorf und Neubabelsberg zu Babelsberg vereinigt. 1939 erfolgte die Eingemeindung nach Potsdam.

Aber auch nicht alle Babelsberger sind echte Babelsberger, da sind sich Thomas Dippe und Ursula Zander einig. Alles was hinter der Bahnlinie Potsdam-Berlin liegt, gehört nicht dazu. Schon gar nicht die „Monke“, das sind die Kleingärten hinter dem Findling.

 

Potsdam-Wiki: Machen Sie Ihr Wissen anderen zugänglich

Der Kulturstadt Potsdam e.V. lädt alle Potsdamer dazu ein, an www.Potsdam-Wiki.de mitzuschreiben. Das kostenfreie Online-Lexikon umfasst bereits rund 1.800 Artikel.  Es wurde weltweit schon mehr als 18 Millionen Mal aufgerufen und ist damit eines der meistgenutzten Internetportale Brandenburgs. Nach außen: Beste Werbung für unsere Stadt. Für die Potsdamer: Ein Mitmach-Projekt. 400 Potsdamer haben bereits als Autoren Wissen beigesteuert.

Jetzt bitten wir Sie um Ihre Mitarbeit. Wir suchen Potsdamer, die sich in ihrer Stadt gut auskennen und als Autoren, Lektoren oder Fotografen an dem Projekt mitarbeiten wollen.

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Potsdam-Wiki ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Kulturstadt Potsdam. Die Redaktion (Autoren, Lektoren, Fotografen) arbeitet wie bisher komplett ehrenamtlich. Die Netzhaus AG stellt den Speicherplatz zur Verfügung. Den technischen Support konnten wir 2019 aus Spenden finanzieren, die über Potsdam-Crowd eingesammelt wurden. Vielen Dank an alle Spender und die Stadtwerke.

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Dankeschön-Führung durch die zweite barocke Stadterweiterung

Der Kulturstadt Potsdam e. V. bedankte sich bei den Unterstützern seines Spendenaufrufes (1) zur Sicherung des technischen Betriebs von Potsdam-Wiki (2) mit einer exklusiven Führung am 11. September durch die „Zweite Stadterweiterung“. Dieser Spaziergang führte uns in das Potsdam des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. Er hatte 1722 eine erste Stadterweiterung in Auftrag gegeben. 1733 folgte eine zweite. 600 Bürgerhäuser wurden gebaut, um Unterkünfte für Soldaten und Bürger zu schaffen. Start war am Brandenburger Tor an der Spieluhr zum stündlichen Glockenspiel „Im Frühling“ von Hanns Eisler (Text: Bertolt Brecht).

Der Spaziergang begann in der Brandenburger Straße im Hof des Luisenforum mit dem alten Schornstein und Wirtschaftsgebäude der Seifensiederei der Gebrüder Nürrenbach und führte in die Hermann-Elflein-Straße vorbei an der Gaststätte „Dreimädlerhaus“, mit Zwischenstopp im studentischen Kulturzentrum (Kuze) zum Museumhaus „Zum Güldenen Arm“. Weiter ging es entlang der Hegelallee bis zum Jägertor, in die Lindenstraße bis zum Kommandentenhaus und durch die Gutenbergstraße in die Jägerstraße 39. Das restaurierte Haus zeigt die historische Fachwerkfassade aus dem 18. und die daraufliegende Putzfassade aus dem 19. Jahrhundert. Die Städtische Musikschule gegenüber wurde 1838 wurde unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel in klassizistischem Stil als Armen- und Freischule erbaut. Am Nauener Tor vorbei war unser nächster Halt vor der „Großen Stadtschule“ in der Friedrich-Ebert-Straße 17. Der Balkon ist geschmückt mit der römischen Jahreszahl 1739 und den goldenen Initialen des Königs Friedrich Wilhelm I. Er führte die allgemeine Schulpflicht in Preußen ein.

Wir überquerten die Brandenburger Straße und bogen rechts in die Charlottenstraße ein. Sie bildet die Grenze zwischen der ersten und zweiten Stadterweiterung. Das Königliche Ordonnanzhaus (Charlottenstraße 31) ist heute die Spielstätte des Kabaretts Am Obelisk. Die Alte Wache an der Ecke Lindenstraße wurde 1795 von Friedrich Wilhelm II. als Geschenk an sein ehemaliges Regiment „Prinz von Preußen“ in Auftrag gegeben. Ein Medaillon zeigt den Bauherrn und Stifter. Das Gebäude wurde 2006 durch die Commerzbank restauriert, die dort 1990, wenige Tage nach der Währungsunion, ihre erste Potsdamer Filiale eröffnet hatte.

Der Spaziergang endete am Restaurant „Alter Stadtwächter“ in der Schopenhauer Straße 33. Am Haus ist ein Stück Stadtmauer aus dem Jahr 1722 zu sehen. Ab 1733, nach der Verschiebung der Stadtgrenzen, diente das Gebäude den Garde-Ulanen als Stall- und Pferdelazarett, Wärmestube und Gaststätte.  Seit 2017 bieten die Mitglieder des Kulturstadt Potsdam e.V. im „Alten Stadtwächter“ jeden ersten Mittwoch im Monat einen Willkommensabend für Neu-Potsdamer an.

 

(1) Unser Verein hat erstmals um eine Spende zur Sicherung des technischen Betriebes gebeten, weil uns ein externer Dienstleister helfen muss. Aufgrund der umfangreichen Daten (Bilder und Texte) ist eine regelmäßige professionelle IT-Betreuung notwendig. Die Redaktion (Autoren, Lektoren, Fotografen) arbeitet wie bisher komplett ehrenamtlich und die Netzhaus AG stellt den Speicherplatz zur Verfügung.

(2) www.Potsdam-Wiki.de ist ein kostenfreies Online-Lexikon über Potsdam mit rund 1.800 Artikeln, das durch den Kulturstadt Potsdam e.V. getragen wird. Es wurde weltweit schon mehr als 18 Millionen Mal aufgerufen und ist damit eines der meistgenutzten Internetportale Brandenburgs. Das ist die beste Werbung für unsere Stadt nach außen. Als Mitmach-Projekt wirkt unser Wiki aber auch nach innen. 400 Potsdamer haben als Autoren Wissen beigesteuert.

Ein Bild und seine Geschichte

Potsdam-Wiki lebt von den Beiträgen der über 400 Unterstützer, die mit Texten und Bildern dieses einzigartige Potsdam-Lexikon aufgebaut haben. Als Betreiber der Seite weist der Kulturstadt Potsdam e.V. darauf hin, dass bei allen Veröffentlichungen das Urheberrecht ganz wichtig ist. Das beachten zum Glück fast alle, die Betonung liegt auf fast.

Vor kurzem meldete sich Peter Wirth bei uns. Der Bielefelder hatte auf Potsdam-Wiki einen Plan entdeckt, der die historische Innenstadt aus der Vogelperspektive zeigt. Peter Wirth wies uns darauf hin, dass sein Vater Karl-Heinz Wirth der Urheber dieses Lageplans ist – was auf dem Druck eigentlich auch zu lesen war. Natürlich erklärten wir uns bereit, die Veröffentlichung sofort wieder zu löschen, aber dann nahm das Telefonat mit Karl Heinz Wirth einen anderen Verlauf:

Karl-Heinz Wirth berichtete, dass seine akribisch ausgeführte Zeichnung sein Geschenk zum 1000-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1993 gewesen ist. „Ich habe die ersten drei Jahre meines Lebens in einem Haus am Bassinplatz mit Blick auf die Nikolaikirche gewohnt. Danach sind meine Eltern nach Babelsberg umgezogen, wo ich aufgewachsen bin“, berichtet der heute 100-Jährige. Karl-Heinz Wirth erlernte den Beruf des Malers. Vor und während der Potsdamer Konferenz arbeitete er als Schildermaler für die englische Armee. „Es gab sehr viel zu tun. Jede Kaserne, jede Behörde brauchte neue Schilder“, erinnert er sich. Nach der Konferenz boten die Engländer an, ihn in ihrem Sektor weiterzubeschäftigen. Aber fürs Überlegen blieb aber nicht viel Zeit. Wenige Tage später übersiedelte Karl-Heinz Wirth offiziell mit Möbelwagen in den englischen Sektor von Berlin. Dort widmete er sich neben dem Schildermalen auch der Karthografie. 1957 schuf er einen ersten akribisch ausgeführten dreidimensionalen Stadtplan der Berliner City West. Architektur aus der Vogelschau blieb ein Standbein des Malers und Karthografen. Auftraggeber für seine perspektivischen Darstellungen waren zum Beispiel Konzerne wie VW, die ihre Unternehmen detailgenau zeichnen ließen.

Karl-Heinz Wirth.

Das Potsdam-Bild entstand ohne offiziellen Auftrag, zu der Zeit, als Karl-Heinz Wirth schon Rentner war.  „Es war mir eine Herzensangelegenheit“, erzählt er. Die Zeichnung, im Original etwa 2 Meter breit, zeigt die Gebäude etwa im Jahr 1936. Karl-Heinz Wirth arbeitete etwa zwei Jahre an diesem Werk. Er recherchierte dazu unter anderem im Potsdam Museum, wo er zahllose Fotos sichtete und in seine Darstellung übernahm. Dabei halfen die Mitarbeiter des Museums sehr engagiert. Das Ergebnis zeigt die Schönheit der Potsdams vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg.

Karl-Heinz Wirth erlitt während der Arbeit an dem Werk einen Schlaganfall. Ehefrau Hildegard und Sohn Peter unterstützten ihn daraufhin bei der Vollendung und beim Kolorieren. Aufgrund seiner Erkrankung ist der historische Potsdam-Plan auch der letzte Plan aus der Feder von Karl-Heinz Wirth. Sein Vorhaben, auch das Holländische Viertel aus der Vogelperspektive darzustellen, konnte sich der akribische Maler und Kartograf nicht mehr vollenden.

Der dreidimensionale Potsdam-Stadtplan ist als Poster im Format 60 x 90 cm im Lieske Verlag erhältlich. Wir bedanken uns bei Karl-Heinz Wirth, dass wir seine Arbeit dauerhaft bei Potsdam-Wiki zeigen dürfen.

Beitrag erschien in der Märkischen Allgemeinen Zeitung am 30.08.19

Vereinssommerfest im Gärtnerhaus

Am 9. August feierten wir 2019 unser traditionelles Sommerfest im Gärtnerhaus der Lepsiusvilla. Über 50 Mitglieder des Kulturstadt Potsdam e.V. kamen diesem Höhepunkt in unserem Vereinsleben. Alle trugen auch selbst zum Gelingen eines großartigen Abends bei. Vereinsmitglieder hatten das Buffet überaus reichlich mit selbst gemachten Salaten, Snacks und Desserts bestückt. Andere haben Terrasse und Gartensaal bestuhlt, Tische liebevoll mit Blumen aus dem eigenen Garten dekoriert oder Getränke bereitgestellt. 1000 kleine Dinge wurden in eingeübter Routine erledigt, bevor Vereinsvorsitzende Fides Mahrla die Mitglieder begrüßen konnte. Während alle feierten, stand einer am Grill: Vielen Dank unserem Schatzmeister Dr. Frank Dietrich, der diesen schweißtreibenden Job seit Jahren mit bewundernswerter Professionalität ausübt. Aber ebenso sei Hans-Georg Brandes gedankt, der seit Jahren im Hintergrund wirkt: Er holt den Grill aus dem Tennisclub Obelisk ab und bringt diesen nach Gebrauch ordentlich gereinigt wieder zurück.

Vielen Dank auch an den Pfingstbergverein für die Gastfreundschaft, an diesem Abend wie immer vertreten durch Brigitte Kolberg. Sie ist ebenfalls langjähriges Mitglied im Kulturstadtverein. Wir sind überglücklich, dass wir wundervollen Ort am Fuße des Pfingstbergs für unser Sommerfest nutzen dürfen. Wir verbrachten einen lauen Sommerabend bei anregenden Gesprächen und haben die Schönheit der Kulturlandschaft in vollen Zügen genossen.

Potsdam-Wiki: Erfolgreiche Spendensammlung für Potsdam-Wiki

Der Kulturstadt Potsdam e. V. bedankt sich bei den bisher 31 Unterstützern seines Spendenaufrufes zur Sicherung des technischen Betriebs von Potsdam-Wiki. Bislang wurden 865 Euro gespendet. Davon kommen 290 Euro von den Potsdamer Stadtwerken, denn für jede Spende über 10 Euro legten die Stadtwerke noch einmal 10 Euro drauf.

Die Sammlung ist befristet bis zum 17. Mai 2019. Wer noch die Gelegenheit nutzen möchte, kommt hier zum Ziel https://www.potsdam-crowd.de/potsdam-wiki

www.Potsdam-Wiki.de ist ein kostenfreies Online-Lexikon über Potsdam mit rund 1.800 Artikeln, das durch den Kulturstadt Potsdam e.V. getragen wird.  Es wurde weltweit schon mehr als 18 Millionen Mal aufgerufen und ist damit eines der meistgenutzten Internetportale Brandenburgs. Das ist die beste Werbung für unsere Stadt nach außen. Als Mitmach-Projekt wirkt unser Wiki aber auch nach innen.  400 Potsdamer haben als Autoren Wissen beigesteuert.

Unser Verein hat erstmals um eine Spende zur Sicherung des technischen Betriebes gebeten, weil uns ein externer Dienstleister helfen muss. Aufgrund der umfangreichen Daten (Bilder und Texte) ist eine regelmäßige professionelle IT-Betreuung notwendig. Die Redaktion (Autoren, Lektoren, Fotografen) arbeitet wie bisher komplett ehrenamtlich und die Netzhaus AG stellt den Speicherplatz zur Verfügung.

 

 

 

2. Mai 2019 – Kultur zum Anfassen: Campus Griebnitzsee

In unserer Reihe „Kultur zum Anfassen“ besichtigten wir den Campus Griebnitzsee. Markus Wicke informierte uns über die wechselvolle Geschichte des heutigen Universitätsstandortes. Anfang der 1990er-Jahre studierte er selbst dort Soziologie und Politikwissenschaften. „Wir wussten, dass die Gebäude eine geheimnisvolle Geschichte haben. Aber Genaueres konnte uns niemand sagen“, erinnert er sich. Für den Studenten war das Anlass genug, sich ausgiebig mit dem Standort und den dort tätigen Personen zu beschäftigen. Dazu recherchierte er in den Archiven über das DRK-Hauptlager und -Präsidium sowie die spätere Akademie für Staat und Recht der DDR. Markus Wicke schrieb über die Geschichte des Ortes seine Abschlussarbeit und veröffentlichte 2016 im Universitätsverlag die Broschüre: „Der Universitätscampus Griebnitzsee“.

Markus Wicke führt regelmäßig auch Führungskräfte des DRK über das Campusgelände, die dort mit den dunklen Seiten der Geschichte ihrer Organisation konfrontiert werden. „Das DRK setzt sich heute sehr kritisch mit seiner Nazi-Vergangenheit auseinander“, berichtete uns Markus Wicke. Bei unserer Führung über das Gelände stellte er diese Zeit in den Mittelpunkt der Erklärungen.

Markus Wicke ist Vorsitzender des Fördervereins des Potsdam Museums und Mitglied unseres Vereins Kulturstadt Potsdam.

 

 

12. Januar 2019 – Neujahrsempfang im Rokokosaal der Dortuschule

Kulturbeigeordnete Noosha Aubel auf dem Neujahrsempfang. Fotos: Bolko Bouché

Der Kulturstadtverein sei der erste gewesen, von dem Noosha Aubel einen Brief bekam, als sie im Herbst 2017 nach Potsdam zog. Alle Neubürger bekommen bei der Anmeldung im Bürgerservice eine Begrüßungstüte. In ihr ist auch eine Einladung des Kulturstadtvereins zum „Willkommen in Potsdam“, der monatlichen Kennenlern-Runde für Hinzugezogene. Die Kulturbeigeordnete folgte damals nicht der Einladung, dafür aber begrüßte sie die Vereinsmitglieder am 12. Januar 2019 auf ihrem Neujahrsempfang. „Potsdam ist eine sehr lebenswerte Stadt. Ich freue mich, dass Sie es auch so sehen und sich als Potsdamer aus Leidenschaft verstehen“, sagte Noosha Aubel.

Den Festvortrag hielt die Potsdamer Museologin Ute Meesmann. Sie berichtete über die außergewöhnliche Location, die der Verein für seinen Neujahrsempfang nutzen durfte. Der Rokokosaal wurde nach 1771 durch den wohlhabenden Textilunternehmer Johann Nicolaus Freytag in Auftrag gegeben. Das reiche Bürgertum habe sich bei der Gestaltung seiner Häuser an Friedrich II. orientiert, sagte Meesmann. Der Rokokosaal in der heutigen Max-Dortu-Schule ist aber der einzige in dieser Form erhaltene Raum in Potsdam und verdient daher zu Recht einen besonderen Schutz.

Vereinsvorsitzende Fides Mahrla nutzte die Veranstaltung, um Frank Schröder und ihren Sohn Markus Mahrla mit der Ehrenmitgliedschaft für ein Jahr auszuzeichnen. Frank Schröder hat den Verein durch tatkräftige Mitarbeit beim Erstellen der eben erwähnten Einladungen und vielen anderen Tätigkeiten unterstützt. Markus Mahrla betreute über viele Jahre die Internet-Enzyklopädie Potsdam-Wiki als Administrator. Beide sind keine Vereinsmitglieder.

Der Kulturstadtverein bedankte sich für die Gastfreundschaft beim Förderverein der Schule mit einer Geldspende, die den heutigen Schülern zugute kommen soll. Die Vereinsvorsitzende kündigte an, dass es in diesem Jahr  eine Neuauflage des Solistenwettbewerbs der Potsdamer Musikschule geben soll, für den der Kulturstadtverein die Preise stiftet.

Lesetipp: Tobias Büloff & Ute Meesmann „Bürgerglanz und Schülerpflicht“ ISBN 978-3-89479-905-2

10. Oktober – Zu Gast beim Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V.

In Nowawes, der alten böhmischen Weberkolonie Friedrichs des Großen und dem heutigen Herzen des Potsdamer Stadtteils Babelsberg, wurde Anfang der 90er Jahre der „Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf“ aus der Taufe gehoben. Heute ist der Förderkreis aktiv beim Erhalt und der Pflege böhmischer Traditionen, in der Bildungsarbeit für Schüler und Studenten, bei der stadtteilverbindenden Kooperation und der Kulturarbeit in unserer Stadt. Dr. Ulrich Schmelz empfing uns im Stadtteilmuseum „Nowaweser Weberstube“, in der Karl-Liebknecht-Str. 23. In einem liebevoll restaurierten barocken Kolonistenhaus, das im Jahre 1752 auf Geheiß Friedrichs des Großen gebaut wurde, wird über das Leben der ersten Bewohner berichtet. Zwei kleine Räume erzählen von der über Geschichte der Dörfer Nowawes und Neuendorf, von dem entbehrungsreichen Leben der Weber und Spinner und vom Aufblühen der Orte zum größten Industriestandort im Landkreis Teltow.

Viel Wissenswertes erfuhren die Teilnehmer beim Spaziergang vorbei am Böhmischen Schulhaus, dem Pfarrhaus in der Lutherstraße und am Weberplatz mit Besuch der Friedrichskirche von Dr. Ulrich Schmelz und Ralf Haufe vom Förderverein.

10. August – Sommerfest im Gärtnerhaus am Pfingstberg

Auch in diesem Jahr feierte unser Verein Sommerfest im Gärtnerhaus der Villa Lepsius in der Großen Weinmeisterstraße. Über 50 Mitglieder kamen – und leisteten einen Beitrag zum Gelingen. Dazu gehört das traditionell mit den hauseigenen Kreationen unserer Mitglieder reich gefüllte Büfett. Fleißige Helfer engagierten sich auch bei der Organisation vom Einkauf bis zum Abschmücken des Veranstaltungsorts. Durch den Hausherrn, den Pfingstbergverein, wurden wir hervorragend dabei unterstützt.

Bis in den späten Abend unterhielten sich die Mitglieder angeregt in kleiner Runde und lernten einander näher kennen. Vorsitzende Fides Mahrla präsentierte den neuen Werbeaufkleber des Vereins, der ab sofort auf vielen Autos und Fahrrädern unserer 120 Mitglieder zu sehen sein wird. Sie begrüßte herzlich Sigrid Lugowski. Die 90-Jährige ist für ein Jahr Ehrenmitglied in unserem Verein, als Dankeschön, dass sie uns in der Reihe „Quartierserkundung“ über ihr Leben in Potsdam berichtet hat.